
Rettung in letzter Sekunde
Diesen Tag werde ich niemals vergessen.
Vor vier Monaten ertönte abends plötzlich der Rauchmelder meiner 85-jährigen Nachbarin. Der war so laut, dass ich ihn durch drei geschlossene Türen hören konnte. Ich rannte nach draußen auf den Flur, wo mir sofort der Geruch von heißem Rauch in die Nase stieg. Mir war klar: ich musste etwas unternehmen. Also klopfte ich mehrmals laut an der Wohnungstür meiner Nachbarin und rief immer wieder ihren Namen. Drinnen hörte ich jemanden stark husten und der Fernseher lief auf voller Lautstärke. Sonst kam keine Reaktion. Ich klopfte wieder und wieder. Nichts tat sich. Dann endlich öffnete meine Nachbarin die Tür - die Wohnung war voller Qualm, ich konnte nichts erkennen. Ich nahm meine Nachbarin am Arm und zog sie aus der Wohnung nach draußen auf den Flur. Alles ging rasend schnell. Mein Herz pochte, das Blut schoss nur so durch meine Arme und Beine. Und dann war da ja noch die verqualmte Wohnung. Zuerst rief ich meinen Vermieter an - zu dem habe ich ein sehr gutes Verhältnis und er hat mir schon oft geholfen. Dieser rief dann parallel zu unserem Gespräch die Feuerwehr, die dann auch nach knapp 10 Minuten eintraf. Plötzlich war überall Blaulicht. Es kamen viele Schaulustige, die von der Feuerwehr wieder weggeschickt werden mussten. Und mittendrin stand ich, der eigentlich schon längst hätte im Bett liegen müssen, weil am nächsten Tag um Vier Uhr der Wecker klingeln würde. Nach circa 45 Minuten, die sich für mich wie eine Ewigkeit anfühlten, kam dann ein Feuerwehrmann zu mir und erklärte, dass angebranntes Essen der Grund für die starke Rauchentwicklung war. Wenn ich nicht da gewesen wäre, würde meine Nachbarin jetzt vielleicht nicht mehr leben. Diese Gedanken haben mich danach noch mehrere Tage lang beschäftigt. Teilweise tun sie es noch heute, wenn ich an der Wohnungstür vorbeilaufe. Diese Situation hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, aufeinander Acht zu geben und aufmerksam zu sein. Außerdem empfehle ich jedem, Rauchmelder in seiner Wohnung anzubringen. Ohne die hätte ich den Rauch nicht bemerkt. Nicht auszudenken, was hätte passieren können.