
Katja Effey ist ein Mädchen vom Land - eine, die sich auskennt.
Unsere Redakteurin Katja Effey kennt sich aus im Bergischen und natürlich auch mit der hiesigen Fauna. Aber vor kurzem hatte sie auf einer oberbergischen Landstraße eine ungewöhnliche Begegnung mit Wildtieren der unbeeindruckten und hartnäckigen Art.
Veröffentlicht: Dienstag, 25.02.2020 12:19
Ich komme vom Land. Das heißt: Ich kenne mich mit den Tieren dort aus. Ich weiß, dass Kühe nicht lila sind und kann Hasen von Kaninchen unterscheiden. Und ich weiß, dass Wildtiere gerne mal unerwartet auf der Straße auftauchen. Bisher habe ich – als Landmädchen, das sich auskennt – dabei immer die Erfahrung gemacht, dass sie flüchten, wenn man näher kommt. Bis zu diesem einen Morgen: Ich fahre zur Frühschicht und sehe ein Rudel Rehe auf der Straße. Also runter vom Gas und Abblenden. Mittlerweile bin ich nah genug dran um zu sehen, dass es nicht die herkömmlichen „Normalo-Rehe“ sind. Ich – als Landmädchen, das sich auskennt – würde auf Damwild tippen. Aber noch was ist anders: Die bewegen sich nicht einen Millimeter. Gut, mit Hupen sollte das Ganze schnell erledigt sein. Fehlanzeige. Also die Autotür laut zuknallen, Musik voll aufdrehen, Hupen - hilft bestimmt. Oder auch nicht. Was sind das bitte für Tiere?! Dann eben Aussteigen – spätestens jetzt würde jedes normale Reh die Flucht ergreifen. Nö. Diese fünf schauen mich einfach nur mit ihren Bambi-Augen an und kauen weiter. Ich mache mich jetzt voll zum Affen: Ich klatsche, stampfe und schreie gleichzeitig. Die zeigen sich weiter völlig unbeeindruckt. Und ich - als Landmädchen, das sich auskennt – trau mich nicht näher ran. Nach minutenlangem Auge in Auge gebe ich auf: Ich steige ins Auto und warte. Und warte. Und endlich bewegen sie sich: Längs auf der Straße zwar, aber immerhin in die richtige Richtung. Und irgendwann machen sie mir Platz. Seitdem haben wir uns noch ein paar Mal getroffen. Ausgestiegen bin ich nie mehr! Und auch wenn es was Schöneres gibt, als mitten in der Nacht auf einer oberbergischen Landstraße rumzustehen. Irgendwie hat das was. Und ist noch ein Grund warum ich – als Landmädchen, das sich auskennt – mit voller Überzeugung sagen kann: Ich liebe das Bergische!