Katja Effey zwischen Spiegel, Motivation, Selbstgeißelung und erneuter Kapitulation
Spieglein, Spieglein an der Wand - mit schöner Regelmäßigkeit stellt sich bei Katja die Motivation ein, regelmäßig zum Sport zu gehen. Dies ist jedoch meist von kurzer Dauer.
Veröffentlicht: Dienstag, 22.02.2022 09:02
Warum bitte habe ich das gemacht? Warum habe ich Menschen in meinem Umfeld erzählt, dass ich seit kurzem wieder Sport mache? Selbstgeißelung für den Fall, dass ich kapituliere? Um mir selber Druck zu machen?
Aber fangen wir vorne an. Bei dem Moment, der sich in schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre bei mir einstellt. Der Moment, in dem ich vor dem Spiegel stehe, mich angucke und sage: „Ne Katja, so geht es nicht weiter.“ Immer, wenn dieser Punkt gekommen ist, folgt der gleiche Ablauf an Dingen: Ich achte wieder drauf, was und vor allem wann ich esse und ich gehe wieder zum Sport. Praktisch dabei: Obwohl ich zweieinhalb Jahre nicht mehr da war, bin ich immer noch im Fitnessstudio angemeldet. (Kurze Memo an mich selbst an dieser Stelle: wenn meine Motivation dieses Mal stirbt, entweder den Vertrag pausieren lassen oder gleich kündigen!)
Nun folgt Phase zwei: Ich bin motiviert, gehe dreimal die Woche zum Training, die ersten Kilos sind weg und ich fühle mich gut. So gut, dass ich das mit anderen teile. Tja und irgendwann kommt dann in schöner Regelmäßigkeit wieder der Punkt, an dem sich das ändert. An dem ich mir sage: „Ach ne – heute gehe ich mal nicht zum Sport. Morgen aber auf jeden Fall wieder!“. Den Rest muss ich glaube ich nicht weiter ausführen. Aus „morgen“ wird „nächste Woche“ und irgendwann ein „gar nicht mehr“. Bis wir dann wieder am Anfang landen – beim Moment mit dem Spiegel.
Dieses Mal soll das anders laufen. Darum habe ich das vermutlich auch „an die große Glocke gehangen“. Damit mich Freunde, Familie und Kollegen fragen, wie es denn beim Sport war. Um mir einen kleinen Tritt in den Hintern zu geben, wenn meine Motivation mal eine Auszeit nimmt. Also: fragt mich gerne wie es läuft – vielleicht dauert es damit länger bis zu meinem nächsten Spiegel-Moment.