
Kitaplätze: Rollt Klagewelle auf Bergisch Gladbach zu?
Aktuell fehlen in Bergisch Gladbach über 700 Kitaplätze. Weil Kinder ab einem Jahr aber ein Recht auf einen Betreuungsplatz haben, können Eltern mit Kindern ohne Kitaplatz dieses Recht einklagen.
Veröffentlicht: Dienstag, 28.03.2023 04:28
Für die Stadt hat das Konsequenzen: kann sie keine angemessene Kinderbetreuung anbieten, muss sie ein Strafgeld in die Landeskasse zahlen. Sabrina Fahlenbock, Rechtsanwältin aus Bergisch Gladbach und selber Mutter von einem Kind ohne Kitaplatz, möchte jetzt möglichste viele Eltern bei einer Klage gegen die Stadt unterstützen, um so den Handlungsdruck zu erhöhen. Bisher wollen 20 Eltern über die Rechtsanwältin gegen die Stadt Bergisch Gladbach klagen.
Die Stadt Bergisch Gladbach bessert jetzt schon unter Hochdruck nach, es sind fünf neue Kindergärten geplant.
NRW-weit fehlen aktuell über 100 000 Kitaplätze. Gründe dafür sind unter anderem ein größerer Bedarf, weil beide Elternteile früher zurück ins Berufsleben wollen. Außerdem ist durch den Krieg in der Ukraine die Zahl von geflüchteten Kindern im Kindergartenalter stark angestiegen ist.
Im Oberbergischen hat der Kreistag jetzt eine Resolution zur Intensivförderung von Kindertagesstätten beschlossen. Um den Ausbau der Kitas trotz ständig steigender Kosten vorantreiben zu können, soll der Bund höhere Fördersätze zahlen.