
Köln: Schmerzensgeld-Klage hat wenig Aussicht auf Erfolg
Für die Frau, die das Kölner Erzbistum für den jahrelangen sexuellen Missbrauch durch einen Priester auf Schmerzensgeld verklagt, stehen die Chancen schlecht. Im am Dienstag gestarteten Zivilprozess hat der Richter der früheren Pflegetochter des Priesters, der auch in Gummersbach tätig war, wenig Hoffnung auf Erfolg gemacht.
Veröffentlicht: Dienstag, 02.07.2024 13:05
Das Bistum könne nicht für die Verbrechen des bereits wegen Missbrauchs verurteilten Priesters nicht verantwortlich gemacht werden – es gebe eine Trennung zwischen der Amtsausübung und dem sonstigen Handeln des Mannes. Außerdem habe das Jugendamt entschieden, dass er für das Sorgerecht geeignet ist, nicht das Bistum. Die endgültige Entscheidung soll am 17. September fallen.
Die Frau fordert insgesamt 830.000 Euro vom Bistum. Sie argumentiert, dass es sie besser hätte schützen müssen. Der Mann hatte nach Feststellung des Kölner Landgerichts von 1993 bis 2018 neun Mädchen in Gummersbach, Wuppertal und Zülpich teils schwer sexuell missbraucht. Die Klägerin ist in den 70er und 80er Jahren Opfer geworden. Inzwischen wurde der Mann aus dem Klerikerstand entlassen.