
Wie oft habe ich in den letzten Wochen gedacht: Gut, dass man uns im Radio nur hört und nicht sehen kann! Wir arbeiten nämlich seit Corona nicht nur mit unserer Stimme, sondern mit Händen und Füßen. Das liegt daran, dass wir inzwischen aus unterschiedlichen Studios senden, um Abstand zu halten. Die Moderatoren senden aus unserem Hauptsendestudio und sorgen dafür, dass der Laden läuft. Die Kolleginnen und Kollegen, die die Nachrichten präsentieren, tun dies aus Studio 2 und werden zugeschaltet. Wir können uns zwar sehen durch eine große Scheibe – aber wir hören uns nicht, außer wenn wir on Air sind.
Und das mit dem Sehen – naja, das ist auch so eine Sache. Es ist so, dass zwischen unseren beiden Morgenmoderatoren gefühlt ein halber Meter Größenunterschied liegt. Der eine ragt sogar noch über die Bildschirme, wenn er sitzt. Bei dem anderen möchte man immer rufen: Hallo?! Bist Du da?? Das macht die Kommunikation nicht unbedingt leichter. Und hier sind wir dann bei den Händen und Füßen! Mittlerweile gibt’s richtige Codes. Läuft was komplett schief, wird wild gewunken oder auch mal gesprungen, um sich bemerkbar zu machen. Mit einem gehobenen Arm signalisiert der Nachrichtenkollege dem Moderator: Bitte starte den Einspieler. Finger drehen neben dem Ohr: Ich kapier's nicht oder Ich hör' nix! Immer beliebter auch das Kopf ab-Zeichen, also mit der Handkante einige Male quer über den Hals fahren – meint: Ich bin raus. Daumen hoch: Kann losgehen! Hat alles aber auch so seine Tücken! Gefährlich, mal eben den Arm zu heben, um den Kopfhörer zu richten – Peng, schon läuft der Einspieler, der erst viel später angedacht war. Und dann? Ganz klar: Kopf ab-Zeichen, zusätzlich Vogel zeigen oder zur Not auch mal was gegen die Scheibe werfen. Wir verstehen uns bei Radio Berg auch mal blind – ich sag's ja: Gut, dass Sie uns nicht sehen können!