
"Kein ungewöhnlich hohes Austrittsvorkommen" meldet die CDU Rhein-Berg, "wenig Veränderungen" die CDU Oberberg.
Aus mehreren Ortsverbänden hieß es allerdings, dass der Streit um die Kandidatur für Unmut gesorgt habe. Man hätte sich mehr Professionalität gewünscht. Vereinzelt habe es deshalb auch wenige Austritte gegeben.
Zusammenhalt für Armin Laschet sei jetzt nötig, um die Umfrageergebnisse wieder zu drehen, sagten uns viele.
Austritte im einstelligen Bereich in Wipperfürth
Beispiel Wipperfürth: Christian Berger ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Er sagt mit Blick auf die Umfragen, die zuletzt einen Vorsprung der Grünen vor der CDU zeigten
Laschet ist ein toller Ministerpräsident, ich glaube, der verbrennt sich auf der Ebene, die er jetzt vorhat. Und den Modus Operandi (der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur, d. Red.) hätte man eher besprechen sollen. Die CSU ist auch mal berechtigt, den Kanzlerkandidaten zu stellen, da muss es auch Wege geben. Das kann nicht der Bundesvorstand alleine entscheiden.
In Wipperfürth sei allerdings keine Mehrheit hinter Söder gewesen. Es habe Parteiaustritte im niedrigen einstelligen Bereich gegeben, wobei nicht allein Laschet die Begründung gewesen sei.
Odenthal steht hinter Laschet
Die CDU Odenthal sieht laut ihrem Vorsitzenden die Turbulenzen um die Kandidaten-Entscheidung gelassen.
Ich kann schon verstehen, dass es nach außen hin ein wenig Unruhe gebracht hat, aber wir sehen das jetzt nicht so dramatisch. Diese Diskussion befruchtet manchmal ja auch.
Die schlechten Umfragewerte seien unerheblich. Danach hätten auch weder Merkel noch Kohl Kanzler/in werden dürfen.
Zwei Austritte gab es in Odenthal mit der Begründung, dass man Laschets Kandidatur nicht mittrage.
Leichte Kritik aus Wermelskirchen
Stefan Lessenich ist Vorsitzender in Wermelskirchen. Er sagt,
Der Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder war „extrem“ und die Basis fühlte sich oftmals nicht ernst genommen oder gehört. Zuletzt haben viele Parteimitglieder nicht mehr verstanden, warum es keine schnellere Entscheidung gab. Die eigene Partei kam für viele uneinheitlich und zerstritten rüber.
Auch im eigenen Ortsverband Wermelskirchen waren die Meinungen geteilt. Die eine Hälfte unterstützte den Kandidaten Laschet, die andere Hälfte Söder. Söder wurde in den vergangenen Tagen aber zu rebellisch. Da hat er an Sympathie verloren.
Keine Austritte in Reichshof
René Semmler spricht für die CDU Reichshof.
Parteiaustritte sind in der CDU Reichshof bisher nicht bekannt. Zu meinem demokratischen Verständnis gehört es,
dass Entscheidungen -wenn diese getroffen wurden- dann auch umgesetzt werden. Im ersten Schwung der Gefühle kann man
so etwas natürlich auch anderes empfinden. Aber ehrlich gesagt, wurden die Spitzenkandidaten in der CDU und auch in der CSU
noch nie direkt von der Basis gewählt. Warum sollte die nun plötzlich ein Problem sein?
Weitere Statements
Das war sicherlich nicht schön, wir sind aber froh, dass die Personalentscheidung endlich getroffen wurde und sind nun voll motiviert für einen geschlossen und engagierten Wahlkampf.
Jürgen Köppe, Stadtverbandsvorsitzender CDU Waldbröl
Das Gezerre um die Entscheidung selbst hat sicherlich für Unmut gesorgt; die stark überwiegende Mehrheit unserer Mitglieder schaut nicht nur auf den Augenblick, sondern auf eine hervorragende Bilanz der Arbeit von Armin Laschet in den vergangenen Jahren zurück.
Sven Engelmann, Vorsitzender CDU-Gemeindeverband Lindlar