Macht das nicht mit der Wupper!

Um die 70 Jahre hat es gedauert, die Wupper sauber zu bekommen. Jetzt meldet Wuppertal Verschmutzungen.

© Brigitte Mackscheidt

In Zeiten der Corona-Sperrzeit kam es an den Tag: In den letzten Wochen des Mai und im Juni wurde vermehrt die Feuerwehr zu Einsätzen gerufen, weil die Wupper verdreckt wurde. In mehreren Fällen schwamm Öl auf der Wupper, weiße Farbe wurde gefunden, und mehrfach war Bauschutt in der Wupper „entsorgt“ worden. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Viele Gewässerverunreinigungen fallen gar nicht auf. Besonders tragisch angesichts der Geschichte der Wupper, die während der Industrialisierung binnen kürzester Zeit zu einer stinkenden Kloake gemacht wurde, in der es kein Leben mehr gab. Jetzt ist sie, nach 70 Jahren Mühe, wieder ein lebendiger Fluss geworden, in dem viele Tier- und Pflanzenarten verbreitet sind. Schützenswert.

Heute herrscht in der Wupper sogar Badeverbot, um sie sauber zu halten!

Der Gulli leitet ungefiltert weiter ins Gewässer!

Was viele nicht wissen: Viele Menschen haben schon mal den Putzeimer im Rinnstein entleert oder das Auto auf dem Garagenhof gewaschen, den Rest vom Farbeimer in den Straßengulli oder in den Gulli auf dem Hof gekippt. Vielen ist nicht klar, dass der Inhalt dabei in der Regel in Regenwasserkanäle fließt, die nicht zu einer Kläranlage, sondern direkt in die Gewässer führen.

„Manchmal sind es Unfälle, die die Gewässer verunreinigen. Manchmal sind es aber auch vorsätzliche Verschmutzungen“, erklärt Wuppertals Umweltdezernent Frank Meyer. „Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand und kann empfindliche Strafen nach sich ziehen.“ Hier wird die Wasserbehörde tätig und kann den Verursacher mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro belegen. Bei beobachteten Gewässerverunreinigungen sollte immer die Feuerwehr unter Tel. 112 angerufen werden.

Damit die Wupper und unsere anderen Flüsse sauber bleiben

• gehört Wischwasser in die Toilette oder in das Waschbecken.

• gehören Abfälle jeglicher Art auf die Recyclinghöfe und Schadstoffsammelstellen. Dort können Altöl, Farb- und Lackeimer, Öl aus Fritteusen, Bauschutt oder Altelektrogeräte ordnungsgemäß entsorgt werden.

• sollte das Auto immer auf gewerblichen Autowaschplätzen oder in Autowaschstraßen gereinigt werden. Deren Hofflächen sind an die Schmutzwasserkanalisation angeschlossen. Die Fahrzeugwäsche auf privaten Grundstücken ist in den meisten Fällen unzulässig.

In den Regenwasserkanal kommt nur das Wasser, das vom Himmel fällt!


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