Maria 2.0: Frauen in der katholischen Kirche

Seit knapp einer Woche verweigern viele Frauen auch hier im Bergischen ihre ehrenamtlichen Dienste in der Kirche und gehen nicht in den Gottesdienst. Damit wollen sie gegen die Machtstrukturen in der Kirche protestieren.

Worum geht es?

In der katholischen Kirche haben sich im Laufe der Jahrhunderte patriarchische Strukturen etabliert. Mit ihrer Initiative wollen sich die vielen ehrenamtlichen Helferinnen eine Stimme verschaffen. Sie fordern Zugang zu allen kirchlichen Ämtern, auch der Priesterweihe. Aber auch die Aufhebung des Zölibats und eine umfassende Aufklärung von Missbrauchsfällen gehören zu ihren Forderungen.

Um all das zu erreichen, hat die Initiative Maria 2.0 Frauen dazu aufgerufen, eine Woche lang keine Kirche zu betreten und alle ehrenamtlichen Dienste niederzulegen. Stattdessen wollen sie vor den Kirchen Gottesdienst feiern. Ein wirksames Mittel, denn bei zahlreichen Kirchen blieben so die Türen zu - auch weil kleine Aufgaben im Kirchenalltag, wie das Aufschließen der Kirchentüren, von ehrenamtlich tätigen Frauen übernommen werden.

Sinn und Zweck

Immer wieder haben in den letzten Jahren Skandale große Schatten auf die Kirche geworfen. Ein stiller Austritt kommt für viele der protestierenden Frauen jedoch nicht in Frage. Ihr Glaube und dazugehörig auch die Kirche sind ihnen zu wichtig. Im Gegenteil wollen sie sich deshalb dafür einsetzen, dass die Kirche ihre alten Probleme abschüttelt und wieder attraktiver wird. Sie möchten sich nicht mehr für ihre ehrenamtlichen Dienste rechtfertigen müssen.

"Das Hauptziel ist, in den Dialog zu treten und mit den Forderungen von uns Frauen wahrgenommen zu werden."

Auch in Morsbach-Lichtenberg beteiligen sich Frauen an dem "Kirchenstreik". Christine Zimmermann ist eine von ihnen. Nur schweren Herzens hat sie ihre Dienste vorübergehend niedergelegt. Ihr ist wichtig, dass sie sich mit ihren Protesten ganz klar hinter der Kirche, aber auch den Forderungen der Frauen positionierten, die nicht mehr zu überhören seien. Der Pfarrer der Gemeinde hat mit den protestierenden Frauen allerdings noch nicht gesprochen.

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