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Marienheide: Gesamtschüler mit Zeitzeugen-Projekt zu Corona
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Marienheide: Gesamtschüler mit Zeitzeugen-Projekt zu Corona

Wie kann man die Gedanken, Gefühle, Erlebnisse und Wünsche, die wir während der Corona-Pandemie haben für später festhalten? Das haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Gesamtschule Marienheide überlegt und ein außergewöhnliches Projekt ausgedacht.

Veröffentlicht: Freitag, 04.12.2020 21:49

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Im Deutschunterricht haben die 11- bis 13-Jährigen Reportagen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit Corona geschrieben und die dann in eine Zeitkapsel gesteckt. Angst, Unverständnis, Wünsche, Beobachtungen, Sorgen: Alles, was ihnen so durch den Kopf gegangen ist, haben die Schülerinnen und Schüler da festgehalten.

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Offene und ehrliche Briefe

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Und es ist bemerkenswert, was die Schüler schreiben und vor allem wie sie schreiben: Offen und ehrlich.

Der zweite Lockdown in diesem Jahr. Ich kann einfach nicht mehr. Jeden Morgen, an dem ich aufstehe, denke ich mir, es soll aufhören.

(Schülerin, 11 Jahre)

Die persönlichen Zeitzeugen-Dokumente werden jetzt auf dem Schulhof in einer Zeitkapsel vergraben und sollen erst nach Ende der Schullaufbahn wieder herausgeholt werden.

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Collage Gedanken der 7d
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Auszüge aus den Reportagen

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"Am Anfang dachte ich, wie so viele andere: "Coronavirus! Endlich mehr Freizeit!" Man muss sagen,

es war cool, sich den Tag selbst zu gestalten. Als es dann aber hieß "Kontaktverbot" erstarb etwas von meiner Freude."

"Zuerst dachte ich mir: "Juchu, keine Schule!" Allerdings wurde mir erst im Nachhinein bewusst, was für Konsequenzen ein Lockdown hat. Meine Freunde nicht zu sehen, meinen Geburtstag nicht feiern zu dürfen und generell keinen Spaß an irgendetwas zu haben."

"Von Tag zu Tag habe ich weniger gelernt. Die Hausaufgaben habe ich immer auf den nächsten Tag geschoben. Ich war viel weniger draußen und viel mehr an meinem Handy."

"Gibt es überhaupt was Positives an Corona? Ich glaube eher nicht. Gab es überhaupt noch etwas Gutes im Leben? Ich weine viel mehr als vor Corona. Ich glaube, das liegt daran, dass ich viel mehr Stress habe."

"Die Emotionen kochen über. Die Menschen werden komisch und streiten sich um Toilettenpapier. Konserven werden umkämpft als würde ein Krieg ausbrechen und sie müssten im Bunker überleben."

"Ich habe meine Großeltern, Cousins und so weiter lange nicht mehr gesehen und ich vermisse sie alle. Ich hoffe einfach, dass es bald einen verwendbaren Impfstoff gibt und mit Freunden treffen dürfen."

"Ich hoffe nur, dass das neue Jahr uns wieder mehr Normalität schenkt!"

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