Mehr Urlaub im Bergischen?

Urlaub im Bergischen könnte es dieses Jahr mehr geben. Natürlich, weil es hier einfach echt schön ist, aber auch weil die Menschen entweder direkt zu Hause bleiben oder zumindest lieber innerhalb Deutschlands und damit vielleicht auch ins Bergische reisen könnten.

© Petra Baldsiefen (Campingpark im Bergischen Land, Lindlar)

Reisen in europäische Nachbarländer soll zwar ab Mitte Juni trotz der Corona-Pandemie wieder möglich sein, zumindest wenn die Infektionszahlen unter Kontrolle bleiben, aber aus Vorsicht könnten viele Menschen sagen: Wir bleiben lieber direkt zu Hause oder fahren nicht soweit weg. Das Bergische könnte also voller werden in diesem Jahr. So eine Art "Landflucht" beziehungsweise zumindest der Versuch einer Flucht auf's Land, habe es auch zu Beginn der Corona-Krise schon gegeben und das könne sich unter Umständen fortsetzen, sagt David Bosbach vom Tourismusportal "Das Bergische". Sprachbarrieren wie vielleicht im Ausland gäbe es hier nicht und die Leute wüssten auch, dass sie sich auf das Gesundheitssystem hier in Deutschland verlassen könnten, so Bosbach weiter. Noch sei an den Buchungszahlen zwar nichts abzulesen, aber für den Fall der Fälle, dass es zu einem "Over-Tourism", also einem sehr hohen Besucherandrang im Bergischen kommt arbeitet "Das Bergische" gerade mit den drei Kreisen Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis und Rhein-Sieg Kreis an Besucherlenkungs- und -steuerungskonzepten.

Landhotel Napoleon, Wipperfürth© Daniela Stuntebeck (Landhotel Napoleon)
Landhotel Napoleon, Wipperfürth
© Daniela Stuntebeck (Landhotel Napoleon)

Spontane Buchungen noch möglich?

Laut dem Tourismusportal "Das Bergische" und beispielsweise auch im Landhotel "Napoleon" in Wipperfürth sowie dem Hotel-Restaurant "Gut Hungenbach" in Kürten gibt es im Bergischen noch genug Möglichkeiten, auch spontan irgendwo unterzukommen. Im Landhotel "Napoleon" gehen inzwischen vereinzelt wieder erste Buchungen ein, die Leute seien aber noch vorsichtig und aus der Erfahrung her, wird auch eher spontan gebucht, berichtet die Inhaberin Daniela Stuntebeck. Man sei aber auf mehr Besucher vorbereitet, durch die extrem große Fläche, könnten beliebig Tische geschoben und verrückt werden. Im Gegensatz zu den Anfragen für die Hotelzimmer, würden die für's Restaurant jetzt wieder deutlich ansteigen, sagt Daniela. Da der Veranstaltungsraum, der sonst Platz für 80 bis 100 Leute bietet, wegen Corona vorerst ja sowieso nicht für Veranstaltungen genutzt werden darf, kann Daniela hier einfach noch weitere Tische mit Abstand aufstellen, wenn noch mehr Besucher kommen und im Restaurant Plätze fehlen sollten.

Campingpark im Bergischen Land, Lindlar© Petra Baldsiefen (Campingpark im Bergischen Land, Lindlar)
Campingpark im Bergischen Land, Lindlar
© Petra Baldsiefen (Campingpark im Bergischen Land, Lindlar)

Campingpark im Bergischen Land in Lindlar hat fast 100 Anfragen täglich

Auf dem "Campingpark im Bergischen Land" in Lindlar sieht die Lage dagegen schon ganz anders aus. Spontan campen - zumindest an den kommenden langen Wochenenden wie Christi Himmelfahrt oder Pfingsten - geht da nicht mehr. Seit klar ist, dass wieder Urlauber kommen dürfen, zählt Campingparkbetreiberein Petra Baldsiefen jeden Tag fast 100 Anfragen, so viele wie noch nie. Sie können deswegen nur noch schriftliche Anfragen annehmen, am Telefon läuft ein Band, und trotzdem kommt man kaum hinterher, berichtet Petra. Auch im Sommer, der sonst eher nicht so gut besucht sei, weil die Leute meistens weiter wegfahren, sieht es dieses Jahr schon nach mehr Buchungen als sonst aus, erzählt sie weiter.

Campingark im Bergischen Land, Lindlar© Petra Baldsiefen (Campingpark im Bergischen Land, Lindlar)
Campingark im Bergischen Land, Lindlar
© Petra Baldsiefen (Campingpark im Bergischen Land, Lindlar)

Darauf vorbereitet ist der Campingpark aber: Aufkleber mit dem Hinweis zum richtigen Abstand-Halten sind angebracht, wenn die Gäste ankommen, wird den Wohnwagen und Wohnmobilen der Stellplatz genau zugewiesen. Einige Stellplätze mussten zum Wahren des Sicherheitsabstandes schon gesperrt werden. Damit die Zeit im Büro so kurz wie möglich gehalten wird, würden vorher schon alle Daten der Camper abgefragt und auch, was sie so unternehmen wollen, um Ausflugstipps schon vorher und nicht lange im Büro zu geben, sagt Campingparkbetreiberin Petra.

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