Mit 100 ins Autohaus

Otto Claas aus Burscheid hat am 16. November 2019 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Und er geht immer noch täglich zur Arbeit in ein Burscheider Autohaus. Und zwar freiwillig!

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Otto Claas hat das Autohaus sehr lange Zeit selber geführt. Nach ihm hat es sein Sohn übernommen. Seit drei Jahren ist es nun verpachtet. 

Doch trotzdem macht Otto einfach weiter. Täglich arbeitet er von halb 10 bis ca.13 Uhr, und in der Zeit schafft er in dem Autohaus auch so richtig was weg.

Zu seiner Arbeit hat Otto es zum Glück nicht weit. Mit seinem Treppenlift kommt er morgens aus der zweiten Etage seines Wohnhauses, das zum Glück gegenüber vom Autohaus liegt. Bis dahin kommt er auch ohne Rollator, den kann er nämlich nicht wirklich leiden:

Spazieren gehen kann ich kaum, dafür muss ich den Rollator nehmen. Mit dem schäme ich mich aber bis heute und lass ihn dann meistens doch weg.

Das war's dann auch mit Bewegung. Mehr geht mit 100 Jahren einfach nicht. 

Der Alltag im Autohaus...

Seine Arbeitskleidung ist sein blauer Werkskittel, so erscheint er jeden Tag zur Arbeit. Zu seinen Aufgaben gehören Fahrten zur Sparkasse und zum Straßenverkehrsamt. Aber auch um die tägliche Post kümmert sich Otto.

Wenn Otto Claas dann in die Stadt muss, nimmt er einfach das Auto. Bislang gab es keinen Grund, ihm das Autofahren zu verbieten, alles klappt wunderbar. Und auch die Arbeit will ihm niemand nehmen. Weder die Chefs des Autohauses noch sein Hausarzt sehen dafür irgendeinen Grund. 

Und so möchte Otto noch möglichst lange für das Autohaus arbeiten, denn diese Arbeit ist für den 100-Jährigen ein regelrechtes Lebenselexier: 

 Das ist ja meine Freude, dass ich in den Betrieb morgens hier rein kann. Hier bin ich unter Menschen und kann mich unterhalten. Das habe ich zu Hause doch nicht. Da habe ich doch nur vier Wände! Ich muss hier hin. Wenn ich hier nicht mehr her kann, können Sie mich auch direkt beerdigen, dann ist's vorbei!

Immer in Bewegung bleiben

Für Otto ist klar, er ist mit seinen 100 Jahren nur deshalb noch so klar im Kopf, weil er nie ganz aus dem Autohaus ausgestiegen ist: 

Ich hab viel gearbeitet, auch mit den Händen. Aber das meiste, was sie als Chef ja tun, ist denken. Ganz viel denken. Das hier oben ist das A & O für alle Menschen. Und wenn das nicht in Bewegung bleibt, dann rostet der ganze Klimbim ein. Tja, und von da aus werden die Nervensysteme und alles im Körper gesteuert!

So sieht es nämlich aus!

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