
"Guten Morgen, liebe Marleen, schön, dass du da bist!" - "Danke schön! Guten Morgen, liebe Lena, schön dass du da bist!" So begrüßen sich die Kleinen in der dritten Klasse. Dabei reichen sie eine Kerze weiter und sehen sich in die Augen. Eine von vielen Achtsamkeitsübungen, die die Kinder in Solingen seit drei Jahren an allen Grundschulen praktizieren.
Der Gedanke: Schon früh sollen sie Umgang mit Stress erlernen, mit Ängsten und Sorgen - und gesunde Erwachsene werden.
Es handelt sich um ein deutschlandweites Pilotprojekt der Uni Duisburg-Essen.
"Wenn meine Mutter im Stress ist, sage ich, sie soll sich hinlegen."
Die Kinder lernen, die aus dem Yoga bekannten Lachpunkte zu stimulieren. Das hilft gegen Angst, Prüfungsangst z. B. Sie lernen Ruhe - denn tatsächlich sind sie selbst gestresst vom Lärm im Klassenraum. Und sie bringen ihre Erkenntnisse mit nach Hause: "Wenn meine Mutter im Stress ist, sage ich, sie soll sich hinlegen, ruhig atmen - dann sagt sie Danke," berichten die Kleinen.
Fakten und Hintergründe
Das Pilotprojekt findet an allen 21 Solinger Grundschulen statt. Es ist das weltweit größte seiner Art. Leiter ist ein Professor von der Uni Duisburg-Essen. Das Gesundheitsministerium, Stadt Solingen und das NRW-Schulministerium unterstützen das Projekt finanziell.
Später soll geprüft werden, ob die Achtsamkeitsübungen landesweit angeboten werden können.
