Mit Fördergeldern gegen Leerstand in Gummersbach

Die Innenstadt soll attraktiv bleiben - mit weniger Leerstand und mit hübsch anzusehenden Häusern in der Innenstadt. Das ist der Plan in Gummersbach.

© Johannes Weckwerth

Dort will man Landesgelder nutzen, um leerstehende Geschäfte wieder zu füllen. Die Stadt tritt als Zwischenmieter auf. Der neue Ladenmieter muss dann nur 20 Prozent der eigentlichen Ladenmiete zahlen. Den Rest übernehmen Fördergelder - und auch der Vermieter muss im Preis nachgeben. 

Jeder leerstehende Laden ist ein Stich ins Herz. Wir wollen dem Leerstand entgegenwirken und Interessenten die Möglichkeit geben, sich zu sehr attraktiven Konditionen selbstständig zu machen,

sagt Bürgermeister Frank Helmenstein.

Bis zu zehn Geschäfte könnte das Förderprogramm so wieder füllen. Die Förderung ist zunächst für zwei Jahre ausgelegt. Die Stadt hat vom Land 200.000 Euro erhalten. 

Außerdem werden Fördergelder u.a. für Fassadenrenovierungen bei Privathäusern zur Verfügung gestellt. 

Wer sich als Ladenmieter oder Hausbesitzer in der Innenstadt um Förderung bewerben will, bekommt alle Informationen HIER.

Die Details im Einzelnen:

Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2020

Im Rahmen des „Sofortprogramms zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen 2020“ stellt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Landesmittel in Höhe von 70 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen Mitteln haben Städte und Gemeinden unter dem Dach der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ die Möglichkeit rasch zu handeln, neue Wege zu gehen und Perspektiven zu entwickeln, um Leerstand und Schließungen in Handel und Gastronomie entgegen zu treten.

Eines der Handlungsfelder ist dabei die zukunftsgerichtete, zeitnahe Nachnutzung leerstehender Ladenlokale. Die Stadt Gummersbach hat eine Förderzusage des Landes NRW zur Umsetzung dieser Ziele erhalten. Unter dem Arbeitstitel "Lust auf Neues?" unterstützt die GMerleben Agentur die "Partnersuche" zwischen Vermieter und Ladenmieter. Die Fördermittel leisten Starthilfe bei der Mietzahlung.

Förderfähig sind die Ausgaben der Anmietung von leerstehenden Ladenlokalen (insbesondere des kleinteiligen Einzelhandels) bis zu einer förderfähigen Mietfläche von 300 qm für die Dauer von bis zu zwei Jahren.

Bezugspunkt der Förderung ist die Kaltmiete aus der letzten Vermietung des entsprechenden Ladenlokals. Förderfähig ist eine Anmietung in Höhe von bis zu 70 % der Altmiete, maximal 10,50€/m2. Hinsichtlich zukünftiger Nutzungen stehen besonders frequenzbringende Angebote im Blick, wie zum Beispiel


  •  Einzelhandelskonzepte
  •  Gastronomiekonzepte
  •  Direktverkauf
  • landwirtschaftlicher Produkte
  •  neue Angebote
  • von Lieferservices/Verteilstationen
  •  Pop-up Stores
  •  Repair-Cafes, etc.
  • Die GMerleben agentur wird als erste Ansprechpartnerin Anfragen und Angebote zusammenbringen und alles Weitere in Sachen Förderung mit den Parteien abstimmen. Der Vermieter schließt einen Mietvertrag mit der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach, die Entwicklungsgesellschaft Gummersbach schließt einen Untermietvertrag mit dem Mieter. 

Fassadenrogramm

Mit dem Fassadenprogramm zur Gestaltung privater Fassaden, sowie Frei- und Gartenflächen im Zentrum von Gummersbach werden Zuwendungen für den (Mehr-) Aufwand durch Maßnahmen zur Aufwertung des Erscheinungsbilds gewährt. Besonders im Vordergrund stehen aus historischen Gründen wertvolle und sonstige stadtbildprägende Gebäude sowie die Begrünung und Gestaltung von privaten, öffentlich wirksamen Frei- und Gartenflächen, die sich in einem abgegrenzten Bereich der Innenstadt befinden (siehe entsprechende Grafik). 

Förderfähig sind unter anderem folgende Maßnahmen:

...an Außenwänden

• Renovierung und Restaurierung von Fassaden

• Austausch von Türen, Fenstern und Schaufenstern

• Erneuerung und Ersatz von Werbeanlagen

• Künstlerische Gestaltung und Begrünung (z.B. von Brandwänden)

...an Dächern

• Flächenhafte Herrichtung und Erneuerung der Dachdeckung und vorhandener Dachgauben • Rückbau und Erneuerung vorhandener Dachgauben

• Begrünung von Dachflächen

...an Frei- und Gartenflächen

• Reaktivierung des Bodens zur gärtnerischen Nutzung

• Gestaltung von Freiflächen, Garagenhöfen, Abstandsflächen, (Vor-)Gärten und Zuwegungen, sofern die zugehörigen Fassaden den Anforderungen des Erscheinungsbilds genügen oder im Zusammenhang aufgewertet werden. 

Verfügungsfonds Gummersbach

Verfügungsfonds sind aus der Städtebauförderung (teil-)finanzierte Budgets, die in einem abgegrenzten Gebiet die Durchführung von Maßnahmen anregen sollen, die sich im Rahmen der städteplanerischen Ziele bewegen. Für die Gummersbacher Innenstadt wurden solche Mittel beantragt. Damit soll ein flexibles Budget geschaffen werden, das „relativ unbürokratisch“ für die kurzfristige Umsetzung kleinteiliger Maßnahmen bereitsteht. Insbesondere sollen die Anlieger:innen in ihrem Engagement finanziell unterstützt werden und es sollen private Vereine, Initiativen und Organisationen dadurch in die Lage versetzt werden, Projekte zu initiieren und Verantwortung zu übernehmen.

Dabei sollen sich das private finanzielle Engagement und die Mittel aus dem Verfügungsfonds gleichwertig gegenüberstehen.

Die Richtlinien zum Verfügungsfond stehen in Kürze zum Download auf der Seite www.gmerleben.de zur Verfügung.

In den Gestaltungsleitlinien für die Innenstadt werden beispielhaft zwei Felder beschrieben, die aus dem Verfügungsfonds unterstützt werden könnten:

"Gut im öffentlichen Raum platzierte Pflanzkübel oder Kleinpflanzen erhöhen die Qualität des Zentrums. Vor Geschäftseingängen und zur Einfassung der Außengastronomie können angepasste Pflanzkübel Akzente setzen und eine einladende Wirkung entfalten."

"Öffentliche Räume sollen durch eine angemessene qualitätsvolle Gestaltung und Ausstattung für einen hohen Wohlfühlfaktor bei den Bürger:innen sorgen und das Zentrum vitalisieren. Dazu zählt die Attraktivierung von Verweilbereichen, z.B. mittels eines Bücherschranks. Das Aufstellen von solchen Austattungselementen im öffentlichen Raum durch Initiativen, Private etc. wird begrüßt." 

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