Nada Fiebes und die "Aufschieberitis"

Schlichte, weiße Papier-Lampions sind besser als nackte Glühbirnen, so hat Nada vor mehr als zwei Jahren beim Einzug in ihre Wohnung gedacht. Nun hat sie diese Lampions immer noch nicht ersetzt, den Austausch hat Nada einfach immer wieder aufgeschoben.

Ich wohne seit über zwei Jahren in meiner Wohnung. Man sollte meinen, in der Zeit hat man sich fertig eingerichtet. Ich denke aktuell sogar wieder über einen Umzug nach. Trotzdem finden sich noch immer Notlösungen aus den ersten Tagen in der Wohnung. Dinge, bei denen ich mir dachte: „Das ändere ich bald.“ Tatsächlich habe ich den Punkt erst jetzt erreicht. Der Klassiker unter den Notlösungen: schlichte, weiße Papier-Lampions von einem schwedischen Möbelhaus, welches man für gewöhnlich nur für Hotdogs, kleine Fleischbällchen oder Duftkerzen besucht. Die sind nicht hübsch. Aber, wenn man die ersten Wochen nicht nur nackte Glühbirnen an der Decke hängen haben will, dann greift man eben dazu. Über zwei Jahre später hängen die Dinger noch immer. Ich schiebe das auf das „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Prinzip: die Lampen hängen die meiste Zeit nicht in meinem Sichtfeld, sie leuchten, das reicht. Jetzt fangen sie trotzdem an, mich zu nerven. Aber nicht nur für die Deckenbeleuchtung musste etwas Neues her. Im Einkaufswagen sind auch Reinigungsmittel für die Steinfliesen auf dem Balkon gelandet. Um endlich mal den Grünschimmer zu entfernen. Und den lästigen Wachsfleck, der da seit über einem Jahr zu sehen ist, weil mir im letzten Sommer eine Duftkerze (Grüße an das schwedische Möbelhaus) in der Sonne weggeschmolzen ist. Natürlich ist Ende August zu spät, um noch Sonnenblumen oder Lavendel auf dem Balkon einzupflanzen. Aber ich rede mir ein, dass es eine schöne Vorbereitung für den nächsten Sommer ist. Oder für kommende Mieter. Vielleicht lasse ich denen auch die Papier-Lampions da. Für die ersten Wochen sind die praktisch. So eine nackte Glühbirne ist ja nicht das Wahre.