
Nicole Schmitz zieht den Hut an, damit sie ihn ziehen kann - vor allen Eltern im Homeoffice
Home-Office ist nichts für eine Moderatorin: Nicoles erste Woche endet mit der Erkenntnis, dass man nicht gerade eine Super-Mama sein muss. Hauptsache, der Laden läuft!
Veröffentlicht: Dienstag, 09.02.2021 23:00
Ich ziehe meinen Hut – also ich ziehe sogar vorher einen an, damit ich ihn ziehen kann: Ich ziehe meinen Hut vor allen Eltern, die jetzt schon seit fast einem Jahr im Homeoffice arbeiten und nebenher ihre Kinder bespaßen. Auch bei Radio Berg sind so gut wie alle im Homeoffice, außer den Kollegen, die direkt am Mikro sind – sprich Moderatorinnen und Moderatoren und Nachrichtenleute. Da ich auch eine derjenigen bin, die überwiegend am Mikro ist, kannte ich Homeoffice bisher nicht. Seit letzter Woche. Da habe ich eine Nachrichten-Schicht übernommen, in der man zuarbeitet – recherchiert, telefoniert, Nachrichten schreibt. Und es war klar: Homeoffice, ich jetzt auch! An sich ja kein Thema, aber mit einem fast Sechsjährigen zuhause doch eine Herausforderung. Denn an Konzentration ist nicht zu denken, wenn alle 5 Minuten ein „Mamaaaa“ ertönt! Zumindest konnten wir uns zu Beginn der Woche schon mal darauf einigen, dass die Tonie-Box etwas leiser gestellt wird, wenn Mama telefoniert. Sendepause für Justus, Bob und Peter und für Mamas Ohren.
Gefühlt habe ich an 10 verschiedenen Fronten gleichzeitig gekämpft. Typische Situation: Am Handy hatte ich die Programmplanerin, die mit mir ein Thema besprechen wollte, zeitgleich klingelt das Festnetz mit dem Rückruf eines Bürgermeisters, per Chat kommt die Anfrage einer Nachrichtenkollegin, ob ich noch schnell zwei Meldungen einsprechen kann und das Kind möchte Fleischwurst „Bitte jetzt sofort, ohne Brot!“ und sucht sein rotes FC-Trikot „Mama, das rote, nicht das weiße!“ und an der Tür klingelt der Paketbote. Aaaaaaaaaaahhhh!
Danke dem lieben Gott, dass es Freundinnen gibt, die sich mein Kind schnappen und zusammen mit dem eigenen Sohn eine Runde durch den Wald drehen. Und Ja: Ab und an ist auch der Fernseher die letzte Rettung, um mal ungestört schreiben zu können.
Erkenntnis der letzten Woche: Wir müssen gerade nicht die Super-Eltern sein - Hauptsache, der Laden läuft!