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(No) Exit!
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(No) Exit!

Dass man nach vermeintlich "ausweglosen" Situationen zu durchaus unterschiedlichen Schlüssen kommen kann, erzählt uns heute Heike Magnitz...

Veröffentlicht: Montag, 28.02.2022 13:23

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Vergangene Woche: Ich habe einen späten Reportereinsatz in Gummersbach. Ich fahre entspannt ins Parkhaus, denn ich kann nicht abschätzen, wie lange es dauern wird. Bin um 22 Uhr zurück und traue meinen Augen nicht: die Ausfahrt ist mit einer Warnbake verstellt, auf einem Schild steht „Dauerparker bitte Ausfahrt Moltkestraße benutzen“. Dann sehe ich die Hinweistafel mit der Aufschrift „Bitte die Öffnungszeiten beachten. Parkhaus schließt heute um 20 Uhr 30“. Bevor mich die aufsteigende Panikwelle niederwirft finde ich eine Notfallnummer. Einatmen – ausatmen – anrufen – natürlich geht da niemand dran. Auch beim zweiten und dritten Anruf nicht. Es ruft auch niemand zurück, obwohl ich dem Anrufbeantworter meine ausweglose Situation nachdrücklich schildere. Die Panik steigt dann doch auf; es fährt kein Zug nach Wermelskirchen, auch kein Bus. Die Kosten für ein Taxi würden mehr als meine Tageseinnahmen verschlingen. Verzweifelt hoffe ich, einen Dauerparker zu finden, der kennt bestimmt einen Ausweg. Nix. Ich höre nur den Hall meiner Schritte und meine innere Stimme: „ich will nach Hause“, jammert sie mir vor. Vielleicht hat der Kassenautomat ja eine Notruftaste! Hat er nicht. Wütend löse ich mein Parkticket – lieber vier Euro zum Fenster rausschmeißen, als irgendetwas unversucht zu lassen. Ich stürme zur Schranke, schiebe die Warnbake beiseite, fahre auf die Schranke zu, stecke das Ticket ein und: Die Schranke hebt sich! Das Rollen der Steine, die mir da vom Herzen fallen, waren bestimmt überall im Bergischen zu hören. Was lerne ich daraus? Immer die Öffnungszeiten überprüfen bevor ich in ein Parkhaus fahre wäre naheliegend. Aber ich nehme mit: Lass dich nicht von verschlossenen Türen täuschen, dran rütteln könnte sich trotzdem lohnen.  


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