Oberberg: CDU verliert Stimmen, Grüne und SPD legen zu

Die CDU bleibt die stärkste Partei im Oberbergischen, aber der Vorsprung ist recht knapp. Die Christdemokraten kommen auf 27,7 Prozent (-8,8 im Vergleich zu 2017). Auf Platz 2 folgt die SPD. Sie kommt auf 26,7 Prozent (+4,1). Dritte Kraft sind die Grünen.

Oberbergs Bundestagsabgeordneter Carsten Brodesser spricht von einer "krachenden Niederlage" - und schließt eine große Koalition aus:

Wenn Union und FDP sich einig sind und sagen: Wir machen eine Regierung nur unter einer Beteiligung der Grünen in einer Jamaika-Koalition und die SPD bekommt keine regierungsfähige Mehrheit hin, weil die FDP sich dessen verschließt - dann gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, dass die Grünen da mitmachen oder wir kriegen Neuwahlen.

Hätte seine Partei die Wahl, würde sie sich aber "natürlich immer fürs Regieren" entscheiden, "denn Opposition ist doof, da können Sie nichts gestalten".

SPD-Direktkandidatin Michaela Engelmeier hat den Einzug in den Bundestag verpasst. Sie freut sich trotzdem über das Ergebnis:

Ist ein enges Ergebnis, aber wir liegen vorne. Den Regierungsauftrag bekommt Olaf Scholz, er ist der Gewinner. Und dann sind wir mal gespannt, was da jetzt kommt. Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir eine Ampel machen.

Neben der großen Koalition und einem Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP wäre auch ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP möglich.

Grüne verdoppeln ihr Ergebnis, knapp dritte Kraft

Die Grünen können sich im Oberbergischen über satte Zugewinne freuen und ihr Wahlergebnis fast verdoppeln. Sie kommen auf 12,6 Prozent (+ 6,2) der Zweitstimmen. Direktkandidatin Sabine Grützmacher gelingt nach langem Zittern doch noch der Einzug über die Landesliste.

Knapp hinter den Grünen folgt die FDP mit 12,5 Prozent (-1,3). FDP-Direktkandidat Jörg von Polheim will sich nicht auf eine mögliche Koalition festlegen:

Jamaika oder Ampel - da kommt es nachher auf die Inhalte an. Ganz wichtig: Man muss die FDP erkennen können!

Linke fast halbiert, AfD

Die Linkspartei verliert auch im Oberbergischen deutlich. Sie kommt nur noch auf knapp 3,3 Prozent der Stimmen (-3,1) und halbiert sich damit nahezu. Linken-Direktkandidat Diyar Agu hat das unvorbereitet getroffen:

Ich war sehr geschockt, als ich das Ergebnis mitbekommen habe, weil ich mit mehr gerechnet habe. Die Fehler lagen nicht in den letzten Wochen, sondern in den letzten Jahren. Wir hatten es aber auch unfassbar schwer, es war sehr polarisierend, auch mit der Propaganda eines Linksrutschs und der Zuspitzung auf die Kanzlerfrage.

Die AfD verliert leicht und kommt noch auf 9,6 Prozent der Stimmen im Oberbergischen (-1). Sonstige Parteien kommen auf 7,7 Prozent.

Die Wahlbeteiligung steigt von 75,13 Prozent auf 77,51 Prozent.

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