Oberberg: Kritik an fehlender Schuleingangsuntersuchung

Im Rheinisch-Bergischen finden die Schuleingangsuntersuchungen leicht abgeändert für alle statt, im Oberbergischen ist das anders.

Erstklässler
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Um Ärzte in Zeiten der Corona-Pandemie zu entlasten, übernehmen in Rhein-Berg diesmal hauptsächlich die medizinischen Fachangestellten aus dem Gesundheitsamt die Untersuchungen.

In Oberberg werden dagegen Kita, Grundschulen und Eltern mit an Bord geholt. Es handelt sich nicht um eine reine Beurteilung nach Aktenlage, stellt der Kreis klar.

Hat sich zum Beispiel beim Einschulungsgespräch ein Förderbedarf bemerkbar gemacht, sollen die Grundschulen das melden. In Oberberg werden so gezielt nur gemeldete Kinder untersucht. Weil die Situation für die Kinder in der Corona-Pandemie ohnehin belastend ist, hat sich der Kreis für dieses Verfahren entschieden, heißt es aus dem Gesundheitsamt in Gummersbach.

Die Gewerkschaft Bildung und Wissenschaft Oberberg befürchtet, dass hierdurch einige Kinder mit Förderbedarf durchs Raster fallen. Auch der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Oberberg kritisiert, dass aus fachlicher Sicht ein völlig unakzeptables Defizit bleibe. Vor allem in Zeiten der Pandemie mit fehlendem Regelbetrieb in Kitas, seien Untersuchungen noch wichtiger.


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