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Ritter-von-Halt-Straße Radevormwald
© Radio Berg
Die Ritter-von-Halt-Straße in Radevormwald
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Oberberg: Nazi-Geschichte unbedingt aufarbeiten

„Die Notwendigkeit einer möglichst vollständigen und wissenschaftlich unabhängigen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Oberbergischen Kreis und seinen Kommunen muss gerade heute wieder ausdrücklich betont werden."

Veröffentlicht: Donnerstag, 20.01.2022 16:20

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Diese Feststellung trifft der Vorstand der Oberbergischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in einer Presseerklärung. Die Ideologie des Nationalsozialismus sei nicht Vergangenheit. Sie lebe weiter in so manchen Köpfen der politisch extrem Rechten und traue sich gerade wieder lautstark auf die Straße. Nur historische Kompetenz - angewandt auf die Auseinandersetzung mit unserer NS-Geschichte - habe vielleicht die Chance, so etwas wie Immunität zu schaffen.

Die Forderung nach Aufarbeitung sei nicht neu, könne aber nicht oft genug wiederholt werden, weil sie zumindest bei einigen Verantwortlichen auf eher taube Ohren zu stoßen scheine. Jedenfalls lasse die Art der Reaktionen wie jüngst in einer Sitzung des Kreistages darauf schließen. Es reiche nicht, wenn die Verwaltungs-spitze des Kreises versuche, die Öffentlichkeit mit Hinweis auf ihre Kreischronik und durchaus respektable Arbeiten und Informationen des inzwischen im Ruhe-stand befindlichen Kreis- und Stadtarchivars Gerhard Pomykaj zu beschwichtigen.

Der Kreis habe sich aber auch schon früher im Umgang mit solchen Anliegen schwer getan - so z. B. in den 1980-er Jahren, als es um die Förderung der Buchveröffentlichung der Dissertation von Heinz-Wilhelm Brandenburger (Ley-Land, Dr. Robert Ley und der Nationalsozialismus im Oberbergischen Kreis, Köln 1988) gegangen sei. Der damaligen Forderung des Kreistags, diesen Ansatz für weitere Forschungen umzusetzen, sei man bis heute nur in Bruchstücken gefolgt.

Wie komplex und vielschichtig dieses Kapitel lokalhistorischer Aufarbeitung sei, zeige die jüngste Veröffentlichung zu „Aspekten des Nationalsozialismus“ unter anderem im Oberbergischen Kreis, die das Freilichtmuseum Lindlar des Landschaftsverbandes Rheinland, sein Förder- und der Geschichtsverein Rösrath vorgelegt haben (Grundmeier, Kamp, Wagner, Indoktrination Unterwerfung Verfolgung, Lindlar 2021). Der Band belege in vielen seiner Beiträge, was gründliches Quellenstudium zutage fördern könne.

(Bild: Ein Stück unverarbeitete Nazi-Geschichte in Radevormwald)


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