
Also, hier wird es jetzt mal wirklich intim. Man kann Kolleginnen und Kollegen ja sympathisch oder unsympathisch, fleißig oder faul, ordentlich oder unordentlich finden… Bei Radio Berg sind echt alle sympathisch und fleißig, nur ordentlich leider nicht. Ich zum Beispiel. Meiner Nachrichten-Kollegin Katja Effey treibt es Schweißperlen auf die Stirn, wenn ich Dateien nicht exakt benenne oder locker über Tippfehler hinwegfliege. Moderator Benedict Stuwe, ansonsten wie Katja auch ein völlig normaler und lieber Mensch, ordnet das Schmierpapier in einem exakt abgezirkelten Stapel - auf meinem Schreibtisch! Ich beobachte diese Ordnungsliebe ein bisschen belustigt und versuche brav alles präzise zu sortieren und zu benennen, denn natürlich macht es Sinn. Schließlich arbeiten wir ja im Team und unter Zeitdruck. Da ist es praktisch, wenn alle alles sofort finden. Aber ich brauche das eigentlich nicht. Ich komme mit kreativem Chaos wunderbar zurecht, und es kostet mich eine Menge Disziplin, alle Dateien und Archive so zu pflegen, wie es bei Radio Berg Standard ist. Aber es ist ein persönliches Highlight, wenn ich im Schichtdienst mal auf Gleichgesinnte treffe: Volker Sailer zum Beispiel. Wir kommen wunderbar zurecht mit kryptischen Bezeichnungen, wilden Papierstapeln und unaufgeräumten Computerfächern. Wenn dann nicht der Freitag wäre! Dann müssen wir wieder alles chic machen für das Nachrichten-Team der nächsten Woche. Und dann bekommen wir hektische Flecken und müssen uns erst einmal mit Schoki aus der Redaktions-Süßigkeiten-Schublade beruhigen. Da bekommen wir dann das nächste schlechte Gewissen: Die Schublade hat die Ordnungsfraktion der Redaktion exakt geordnet mit einzelnen Dosen für Schokolade, Gummibärchen und Pralinen. Wahnsinn!