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Priester Gummersbach: Neue Vorwürfe im Missbrauchsprozess
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Priester Gummersbach: Neue Vorwürfe im Missbrauchsprozess

Im Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Gummersbacher Priester hat die Staatsanwaltschaft 70 weitere Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern sowie 15 weitere von Jugendlichen angeklagt.

Veröffentlicht: Mittwoch, 16.02.2022 14:10

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Der Geistliche steht seit Monaten vor dem Landgericht, weil er vier Minderjährige, darunter auch seine drei Nichten, schwer sexuell missbraucht haben soll. Im Laufe des Prozess meldeten sich fünf weitere Frauen, die ebenfalls angaben, vom dem 71 Jährigen missbraucht worden zu sein.

Im Saal 142 des Landgerichts herrschte erneut fassungsloses Schweigen. Rund eine halbe Stunde las der Staatsanwalt die 85 Taten vor, die der katholische Priester den meist unter 14 Jährigen Mädchen angetan haben soll. Er soll seine Opfer etwa während Ferienfreizeiten missbraucht haben, oder das Kind einer alkoholkranken Frau, der er angeblich helfen wollte. Mit der neuen zusätzlichen Anklage hat der Prozess nun insgesamt 9 mutmaßliche Opfer ans Licht gebracht. Und viele im Saal gehen davon aus, dass das längst nicht alle Opfer des Priesters sind. 

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt 85 weitere Fälle angeklagt, die der Geistliche begangen haben soll. Betroffen sind davon fünf weitere Frauen. Mit der neuen zusätzlichen Anklage hat der Prozess nun insgesamt neun mutmaßliche Opfer ans Licht gebracht, aber auch die fragwürdige Rolle von Verantwortungsträgern im Erzbistum Köln, denn die Vorwürfe gegen den Priester waren an verschiedenen Stellen im Erzbistum auch verantwortlichen Personen bekannt.  

Spätestens seit 2010 hätten die Verantwortlichen im Erzbistum die Taten verhindern können, schrieb der frühere stellvertretende Leiter des Kölner Priesterseminars an die STA. Wie könne es sein, fragt er in dem verlesenen Papier, dass dieser Priester Pflegekinder hatte, zum stellvertretenden Stadtdechanten gemacht wurde, und nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe 2010 sogar die Anwaltskosten vom Erzbistum bezahlt worden seien? Auch er mache sich Vorwürfe nicht ausreichend hingeschaut zu haben. 

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