
Prozess um Missbrauchskomplex: Angeklagter gesteht
Im Prozess um den Wermelskirchener Missbrauchs-Komplex hat der Angeklagte alle Vorwürfe eingeräumt. Der Prozess ist am Dienstag gestartet. Neben dem Geständnis hat der Anwalt des Wermelskircheners auch ein Schmerzensgeld angekündigt, dass den Opfern in nächster Zeit gezahlt werden soll. Die Staatsanwaltschaft hält den Angeklagten für die Allgemeinheit für gefährlich und hat Sicherungsverwahrung beantragt. Damit wäre eine automatische Entlassung nach verbüßen der Haftstrafe nahezu unmöglich.
Veröffentlicht: Dienstag, 06.12.2022 05:38
Der inzwischen 45-jährige Mann soll sich über 14 Jahre als Babysitter angeboten und insgesamt 20 Kinder im Alter zwischen 11 Monaten und 14 Jahren schwerst sexuell missbraucht oder sie anderen Tätern angeboten haben. Dem Wermelskirchener werden insgesamt 124 Taten zur Last gelegt - die Anklageschrift ist 138 Seiten dick. Der Anwalt des Angeklagten hatte bereits im Vorfeld das Geständnis seines Mandanten angekündigt.
Andrea Wagner von der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung sagt, der Komplex sei eine neue Dimension der Gewalt. Die Brutalität sei erschreckend. Außerdem sei der Fall ein Beispiel für sexuelle Ausbeutung im digitalen Bereich. Rund 60 Prozent der weltweiten Daten mit Kinderpornografie lägen auf europäischen Servern. Die EU sei deshalb besonders gefordert wirksame Schutzmechanismen zu entwickeln, um deren Weiterverbreitung einzudämmen.