
Rahmede-Talbrücke: Sprengung noch dieses Jahr
Die marode und aktuell gesperrte Rahmede-Talbrücke auf der A45 bei Lüdenscheid soll noch in diesem Jahr gesprengt werden und zwar so schnell wie möglich. Das hat Bundes-Verkehrsminister Wissing am Donnerstag angekündigt. Auch wenn er dabei von einem „maximal beschleunigten Neubau“ sprach – ein konkretes Zeitziel nannte er nicht. Fest steht aber: Die neue Brücke soll sechs Spuren bekommen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 10.02.2022 12:23
Wissing sprach von einem „Herzensanliegen“ bei dem es „so schnell wie menschenmöglich“ zugehen müsse. Die Brückensperrung ist ein Desaster für die Region: mit der A45 ist eine der wichtigen Nord-Süd Achse seit Anfang Dezember dicht. Bei der Sprengung und dem Neubau sollen möglichst alle Belange berücksichtigt werden - also Anwohnern, Wirtschafts- aber auch Umweltverbänden.
Dabei kommt erstmals überhaupt bei einem solchen Großprojekt ein sogenannter Bürgerbeauftragter im Steuerungsteam zum Einsatz: er soll die Sicht der betroffenen Region einbringen und für eine reibungslose Kommunikation zwischen allen Beteiligten sorgen. Diesen Job übernimmt Lüdenscheids Bürgermeister Sebastian Wagemeyer.
Der Bund hatte bereits früh angekündigt, bei dem Großprojekt an der Sauerlandlinie Tempo zu machen. Dafür werde er auch ausreichend personelle Ressourcen bereitstellen, sagte der Verkehrsminister in der Online-Pressekonferenz. Es solle möglichst unbürokratisch laufen. Mehrere Prüfungen seien angelaufen - etwa in puncto vereinfachtes Vergaberecht. Sofern Gesetzesänderungen hilfreich und machbar seien, kämen auch diese infrage. Wissing ergänzte: «Wir versuchen ein Planfeststellungsverfahren zu vermeiden.» Es sei aber noch nicht klar, ob das rechtlich funktioniere.
Für die Sprengung des Bauwerks seien erste Maßnahmen veranlasst, sagte Wissing. Es werde ein Gutachten brauchen, die Sprengung sei «nicht trivial» und müsse technisch perfekt vorbereitet sein. Laut Autobahn GmbH hätte ein Abtragen der rund 70 Meter hohen Brücke mit Hilfe eines Gerüsts viel länger gedauert.
Wissing kündigte an, demnächst zu einem «Brückengipfel» einzuladen. Der Rahmede-Fall werde voraussichtlich Rückschlüsse für das Vorgehen bei weiteren sanierungsbedürftigen Brücken in Deutschland ermöglichen.