
Haben Sie auch ein Talent, das richtig nützlich ist? Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht in Seitentaschen einparken oder mir einfachste Sportübungen merken, aber in einem bin ich Meisterin: In der Disziplin Schlafen. Ich kann überall und jederzeit einschlafen. Nicht, dass Sie denken, ich dümpele den ganzen Tag lahm rum. Ganz im Gegenteil: Wenn ich wach bin, dann zu 100 Prozent. Wenn ich schlafe, dann aber mit der gleichen Intensität. Das ist besonders nützlich beim Frühdienst bei Radio Berg. Zwei Wochen im Monat muss ich jeden Tag um 3:45 Uhr aufstehen. Dafür gehe ich dann abends vor meiner gesamten Familie schon um 21 Uhr ins Bett. Und egal, ob im Hochsommer draußen noch Trampolin gesprungen oder bei den Nachbarn gegrillt wird: Ich lege mich in mein Bett und weg bin ich. Mein Mann behauptet, ich schlafe schon beim Zähneputzen. Es reicht natürlich nicht, so ein Talent in die Wiege gelegt bekommen zu haben. Man muss auch hart dran arbeiten, um es zu perfektionieren. Ich zum Beispiel habe am härtesten trainiert, als meine drei Kinder im Abstand von je zwei Jahren geboren wurden. Durch Stillen, Zahnen und Co habe ich quasi sechs Jahre lang nicht durchgeschlafen. Um völlig entkräftet den Mittagsschlaf der Kleinen auszunutzen, hab ich mich oft mittags mit der Größten aufs Sofa gekuschelt und eine Folge „Petzi“ angemacht. Kennen Sie Bär Petzi und seine Freunde? Nein? Ich auch nicht. Eine Folge dauert etwa 20 Minuten und ich kenne bis heute nur das Intro und das Ende, wenn alle Pfannkuchen essen. Den Rest habe ich konsequent immer verschlafen. Ich gebe mir nur den Befehl „einschlafen“ und „um xy Uhr aufwachen“ und schon funktioniert es. Schade, dass Schlafen keine Olympische Disziplin ist. Dann würde ich jetzt auf Wolke 7 schweben. In diesem Sinne: Gute Nacht.