
"Das nervt mich einfach komplett, wenn ich dann einfach am Bus stehe, und diese Unsicherheit, auch einfach nicht zu wissen, komme ich heute in der Schule an oder kommt der Bus einfach wieder nicht und ich kann jetzt hier wieder Stunden stehen und hoffen, dass ich noch irgendwie in die Schule komme oder ich verpasse halt wieder den ganzen Tag".
Amrey, 14 Jahre, wohnt in Reichhof-Blasseifen, sie muss mit dem Bus in die Gesamtschule in Waldbröl. Und der kommt oft einfach nicht. das geht auch anderen Busfahrkindern im Bergischen so. Und deren Eltern fühlen sich dann genauso, wie Amreys Mama Silke:
"Ich flippe aus. Nicht nur, dass man selber mittlerweile bei einem Stresspegel angelangt ist, der ganz weit oben ist, man guckt schon aufs Handy, man wartet schon drauf, dass der Anruf wiederkommt, dass der Bus wieder ausgefallen ist. Da macht man sich natürlich auch Sorgen, ob sie sicher zur Schule kommt. Also ich verstehe, dass es keine Fahrer gibt, aber ich würde mir da einfach eine Lösung wünschen, dass mein Kind ihrer Schulpflicht nachkommen kann".
Eine Lösung ist so schnell nicht in Sicht: Es gibt keine Busfahrer, der Markt ist wie leergefegt, sagt Corinna Güllner von der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft. Also arbeiten sie an einem Notfallplan: Möglichst viele Fahrten - vor allem am Nachmittag - streichen und so Busfahrer einsparen, die dann morgens eingesetzt werden können. Das wird aber immer noch nicht reichen, um garantiert alle Schulfahrten am Morgen abzudecken, bedauert Corinna Güllner:
"Es ist natürlich auch persönlich eine Belastung, und ich weiß, dass die Situation dramatisch ist und dass viele Menschen da draußen auch von uns jetzt negativ betroffen sind. Das einzig "Beruhigende" ist, dass wir links und rechts sehen, dass viele Unternehmen gerade in der gleichen Situation sind, genauso kämpfen und genauso mit Lösungen ringen, wie wir das jetzt auch gerade machen".
Um Eltern ein gewisse Planungssicherheit zu geben, listet die OVAG regelmäßig die Busse auf, von denen sie weiß, dass die ausfallen werden. Aus technischen Gründen ist es aber leider nicht möglich, Ausfälle von einem auf den anderen Tag einzutragen. Deshalb kann es immer wieder passieren, das der Bus einfach nicht kommt.
Was ihr tuen könnt, wenn der Bus nicht kommt:
WICHTIG! Die OVAG veröffentlicht regelmäßig Ausfalllisten, da findet ihr schon im Voraus die Busse, die ausfallen werden. Die Ausfalllisten findet ihr hier.
Oft kommt es aber auch zu kurzfristigen Ausfällen, die nicht in den Listen zu finden sind. Wenn ihr davon betroffen seid, haben wir folgenden Tipp für euch: Wenn ihr schon länger als 20 Minuten auf euren Bus wartet, habt ihr über die Mobilitätsgarantie NRW Anspruch auf ein Taxi. In der Zeit von 5 Uhr bis 20 Uhr werden euch Fahrten von bis zu 30 € erstattet. Für die Erstattung braucht ihr:
-Persönliche Daten
-Bankverbindung
-Datum, Uhrzeit, Start-Haltestelle
-Foto vom Tickets (auch Schülerticket oder Deutschlandticket möglich
-Quittung vom Taxifahrer
Aufgepasst! Gebt dem Taxiunternehmen schon am Telefon Bescheid, dass ihr die Mobilitätsgarantie nutzen wollt. Falls mehrere Kinder in einem Taxi fahren wollen, braucht jedes Kind eine eigene Quittung – also sagt auch, dass die Fahrt gesplittet werden soll – so erhaltet ihr für jedes Kind eine Quittung. Das Formular und Infos zur Erstattung findet ihr hier.
Und dann noch ein Tipp vom Schulministerium: Weil letztendlich die Eltern dafür verantwortlich sind, dass ihre Kinder die Schulpflicht erfüllen, rät ein Sprecher des Schulministeriums dazu, Fahrgemeinschaften zu bilden oder, wenn möglich, auch mal aufs Fahrrad umzusteigen.