
Die Insel der grauen Mönche
Ich möchte kurz eine Reise-Empfehlung aus meinem letzten Urlaub geben, aber es wäre ganz gut, wenn das unter uns bleibt, sonst wird der Ort hinterher zu voll. Es ist eine winzige holländische Insel mit dem Namen Schiermonnikoog, zu deutsch, „Die Insel der grauen Mönche“, und ja, es klingt wie eine Drei-Fragezeichen-Folge und bringt einen auch genauso gut dazu, entspannt einzuschlafen. Gerade mal 200 Quadratkilometer groß ist die Insel, und gerade mal 936 Einwohner leben auf ihr, autofrei, naturbelassen, fast überzeichnet idyllisch. Die Menschen sind entspannt, wie beim Check-In, als wir den zuständigen Mitarbeiter fragten: „Wollen Sie noch unsere Ausweise sehen?“, und er nur sagte: „Nee, die Insel ist so klein, wenn da was mit Ihnen nicht stimmen sollte - wir finden sie schon.“ Kinderferiengruppen fahren in kleinen Fahrrad-Armadas durch's Dorf und winken fröhlich den Touristen, als wären sie Teil einer neuen Bullerbü-Verfilmung. Das üblich niederländische Grundnahrungsmittel zu jedem Essen: Pommes. Im Imbiss, und genauso im schicken Sterne-Restaurant zum gebratenen Maishuhn an Dings (ich weiß nicht, was das auf dem Teller war, ich kann kein Niederländisch). Die zwei offenbar einzigen Polizeibeamten der Insel haben wir nur immer im entspannten Gespräch mit den Einheimischen gesehen, die Polizistin hatte einen niedlichen Reflektorbären an ihren Rucksack gehängt, denn Respekt einfordern muss die Polizei hier nicht. Die einzigen Verbrechen auf der Insel werden von Möwen begangen, die einem die Pommes klauen wollen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Schiermonnikooger Polizei extra kleine Handschellen für die Vögel hat anfertigen lassen. Irgendeinen spannenden Inhalt brauchen wir ja für „Die drei Fragezeichen und die Insel der grauen Mönche.“