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Stadtarchiv-Vergleich geschlossen
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Stadtarchiv-Vergleich geschlossen

Elf Jahre nach der größten Tragödie der Kölner Nachkriegsgeschichte ist der Streit um den Einsturz des Stadtarchivs am Montagabend zu Ende gegangen. Die Stadt Köln und die damals beteiligten Baufirmen Züblin und Wayss & Freitag sowie Bilfinger und Berger können sich außergerichtlich einigen. Der Stadtrat hat in seiner Sondersitzung die notwendige Zustimmung zu dem ausgehandelten Vergleich gegeben.

Veröffentlicht: Dienstag, 30.06.2020 06:48

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Trotz breiter Zustimmung, einfach durchgewunken haben die Ratsfraktionen den Vergleich nicht. Die SPD kritisierte zum Beispiel, dass die Politik nur sieben Tage Zeit hatten den Mammut-Vergleich zu prüfen. Die Linken erklärten, man sei enttäuscht über die Entschädigungssumme und das es keine klare Schuldbekenntnis der Baufirmen gibt. Die Stadtverwaltung sei regelmäßig bei Bauvorhaben überfordert und werde dann von den Baufirmen über den Tisch gezogen. Die Freien Wähler lehnten den Vergleich sogar ganz ab. Nicht optimal aber das beste was geht, heißt es von den Grünen. CDU und FDP sprachen dagegen von einem guten Vergleich.

 

Der Vergleich sieht vor, dass die damals beteiligten Baufirmen 600 Millionen Euro für entstandene Schäden zahlen und die Baustelle auf eigene Kosten sanieren, fertig bauen und einen Gedenkraum schaffen. Außerdem haben die Politiker eine Resolution verabschiedet. Begeisterung für den Vergleich gab es bei der Kölner Politik nur vereinzelt, aber am Ende sind alle froh gewesen, dass jetzt auch nach vorne geschaut werden kann. „Fraktionsübergreifend wird der Vergleich als sinnvoller Weg gewertet, dieses Kapitel der Kölner Stadtgeschichte zu bewältigen und konstruktiv in die Zukunft zu blicken", so die ersten Worte der gemeinsamen Resolution. Das Papier fordert die Verwaltung auf, darauf zu achten, dass die 600 Millionen Euro auch für die Beseitigung der Schäden ausgegeben wird. Wie genau das überwacht werden soll, ist noch unklar. 

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