
Steigernder Pflegebedarf in Oberberg: Vorbereitung in Kommunen
Bis 2035 wird es laut Prognose in Oberberg mehr als 2.100 pflegebedürftige Menschen mehr geben als jetzt. Aber wie stark sind die einzelnen Kommunen davon betroffen und – noch wichtiger: Wie sind sie in Sachen pflegerische Angebote für diesen Anstieg gerüstet?
Veröffentlicht: Montag, 11.12.2023 05:37
Antworten darauf liefert die aktuelle „Örtliche Planung“ des Kreises.
Perspektivisch sind die oberbergischen Kommunen unterschiedlich gut auf das fast überall dreistellige Plus an Pflegebedürftigen vorbereitet: Während das aktuelle Angebot an vollstationärer, ambulanter aber auch Kurzzeitpflege und Co unter anderem in Engelskirchen und Marienheide schon ausreicht, gibt es andernorts akuten Handlungsbedarf.
Laut den Experten sind die Kern-Orte fast überall gut aufgestellt, während es in Nebenzentren wie zum Beispiel Lindlar-Frielingsdorf oder Reichshof-Denklingen kaum Angebote gibt. Erfreulich: Mit neuen Projekten in Gummersbach, Waldbröl und Marienheide entstehen in der nächsten Zeit rund 400 neue vollstationäre Pflegeplätze.
Die Zahl der Pflegebedürftigen wird im Oberbergischen weiter steigen. Laut Kreis werden in Oberberg bis 2035 fast 23.700 Menschen pflegebedürftig sein. Das wären 10 Prozent mehr als noch im Jahr 2021.
Egal ob vollstationäre oder ambulante Pflege: Der Bedarf wird in allen Bereichen nach oben gehen. Das größte Plus wird mit mehr als 13 Prozent bei der stationären Pflege erwartet. Ein Grund ist die sogenannte Babyboomer-Generation. Die ersten von ihnen werden Mitte 2030 80 Jahre alt und somit potentiell pflegebedürftig.
Rein rechnerisch gibt es in den aktuell 44 vollstationären Einrichtungen im Kreis genug Pflegeplätze. Viele davon werden jedoch auch von Menschen aus der Region belegt, daher ergibt sich ein Minus von 213 Plätzen. Das kann mit geplanten neuen Projekten in Gummersbach, Waldbröl und Marienheide aber aufgefangen werden.