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Streit mit der Verwaltung: Landrat Santelmann im Radio Berg-Interview
© Google Maps/ Collage
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Streit mit der Verwaltung: Landrat Santelmann im Radio Berg-Interview

Landrat Santelmann ist genesen. Die Probleme unter seiner Führung im Kreishaus noch nicht. Es wird Veränderungen in der Organisation geben, bestätigt Santelmann. Wie die konkret aussehen, kann er noch nicht sagen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 23.06.2021 10:56

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Es wird gerade nach Lösungen gesucht, um die tiefen Gräben und Differenzen zwischen Verwaltung und Landrat, die in den letzten Monaten offensichtlich geworden sind, zu überwinden. Am Montag hat Santelmann nach seiner achtwöchigen Corona-Erkrankung erstmals wieder seinen Dienst angetreten. Jetzt gebe es viele Gespräche, sagte er uns im Interview:

Wir fragen uns jetzt, was muss man ändern, was muss man organisieren, wo sind Fehler passiert, wo hab ich Fehler gemacht, was hat das für Konsequenzen? Das sind Fragen, mit denen wir uns jetzt intensiv beschäftigen.

Diskutiert wird unter anderem eine Aufteilung der repräsentativen Aufgaben und der Verwaltungsführung. Santelmann soll nach Vorschlägen aus der Kreis CDU erstere übernehmen und Kreisdirektor Werdel könnte Chef der Verwaltung werden. 

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Genesen, aber kaum Rückhalt

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Stephan Santelmann war in den letzten Wochen massiver Kritik ausgesetzt. Seitens der Mitarbeiterschaft (Personalrat), der Kolleg*innen, der Politik inklusive der eigenen Fraktion. Wie fühlt es sich an, in so einer Situation zurückzukommen?

Mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist man ja froh, dass man so eine lange Erkrankungszeit hinter sich hat und dass es einem eben wieder soweit geht, dass man wieder arbeiten kann. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass es eben vieles aufzuarbeiten gilt. Das ist es auch, das ich mir jetzt vorgenommen habe und womit ich auch mit den Kolleginnen und Kollegen begonnen habe.
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"Kreishouse of Cards"

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"Kreishouse of Cards" - ein wohl sehr zutreffendes Wortspiel von Moderator Sebastian Poullie. Worum ging's? In Kurzform: Um das richtige Pandemiemanagement (hier hatte sich Santelmann wiederholt gegen den Krisenstab durchgesetzt) und um Führungsstil. Wie der Personalrat der Bergischen Landeszeitung sagte, habe es im Kreishaus noch nie eine derartige Stimmung und Unruhe gegeben.

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Acht Wochen lang war der Landrat mit seiner Corona-Erkrankung ausgefallen. Eine Zeit der Reflektion für ihn?

Ich habe auch mitbekommen, aus der Erkrankung eben, was an schwieriger Situation im Kreis und in der Kreisverwaltung ist, und natürlich hat mir das auch viel, viel, viel zu denken gegeben, aber so richtig fange ich eben erst auch nach der Erkrankungszeit damit an.

Viel Arbeit liege vor ihm, er müsse jetzt die Situation analysieren und Gespräche führen. Was er genau tun möchte, konnte er noch nicht sagen, intern hat man sich im Kreishaus darauf geeinigt, erst einmal ein paar Fragen für sich zu klären und dann damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Veränderungen werden definitiv auf den Landrat und alle im Kreishaus zukommen. Auf die Frage, ob er das Kreishaus vielleicht sogar ganz verlassen würde sagte er, dass er jetzt mit den Gesprächen beginne und die erst mal abwarten wolle.

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