
Sturm sorgt für viele Schäden - über 700 Einsätze im Bergischen - 1800 Kräfte im Einsatz
Der Sturm Zeynep hat auch bei uns mit voller Wucht zugeschlagen und für etliche Schäden gesorgt. Mehr als 700 Einsätze mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Rhein und Oberberg seit Freitagnachmittag bewältigen. Knapp 1800 Kräfte waren insgesamt unterwegs. Unterstützung gab es auch vom THW und dem DRK.
Die gute Nachricht zuerst: trotz der vielen Sachschäden sind nach aktuellem Erkenntnisstand nur zwei Personen in einem Auto leicht verletzt worden.
Veröffentlicht: Samstag, 19.02.2022 07:44
Anders als zunächst gedacht war das Sturmtief südlicher durch NRW gezogen und hat besonders zwischen 18 und 21 Uhr unsere Region kräftig erwischt. Verhältnismäßig viele markante Schäden gab es im oberbergischen Lindlar und im rheinisch Bergischen Kreisnorden mit Leichlingen, Wermelskirchen, Kürten und Bergisch Gladbach.
470 Einsätze im Oberbergischen und über 250 im Rheinisch Bergischen, diese Bilanz ziehen die Leistellen bis zum Samstagmorgen. Etliche Bäume sind seit gestern Nachmittag auf die Straßen und auch in Häuser gestürzt. Stromleitungen sind umgefallen, in der Folge fiel in vielen Orten kurzzeitig und auch mal länger der Strom aus. Und auch jetzt haben einige Ortschaften quer übers Bergische verteilt keinen Strom.
Flachdach in Lindlar abgedeckt, Bäume fielen in Häuser, Photovoltaikanlage flog umher
Besonders markante Einsätze hatte unter anderem die Feuerwehr Lindlar zu erledigen: In Lindlar-Waldheim ist ein Baum auf einen Linienbus gefallen, glücklicherweise wurde der Fahrer nicht verletzt, er wurde zwar in dem Bus eingeschlossen, aber nicht eingeklemmt. In der Luisenstraße ist außerdem das Flachdach eines großen Blumenladens durch den Sturm abgehoben und auf den benachbarten Parkplatz geweht worden, des weiteren hat sich die Photovoltaikanlage eines Hauses gelöst.
Etliche Straßen sind noch wegen umgestürzter Bäume gesperrt
Im Moment sind noch etliche Straßen bei uns im Bergischen gesperrt, eine vollständige Aufzählung ist hier laut Feuerwehr nicht möglich, weil es so viele sind. Viele Bäume können erst im Laufe des Vormittags weggeräumt werden. Auch bei den Regionalen gab es noch Probleme nach dem Sturm. Die RB 25 und die Rb 48 fuhr teils verspätet oder gar nicht. Auch Im Linienbusverkehr von OVAG und RVK musste mit Behinderungen und Ausfällen gerechnet werden.
Strom ist in einigen Ortschaften noch immer weg
In mehreren Kommunen kommt es auch am Samstagmittag noch zu großflächigen Stromstörungen infolge des Sturms. Aus Sicherheitsgründen können viele Schäden erst behoben werden, wenn der Wind deutlich abflacht. Die Stromausfälle betreffen nach Angaben der Belkaw im Moment u.a. Teile von Lindlar, Kürten und Bergisch Gladbach. Die Einsatzteams des Mobilen Entstördienstes haben alle Schäden erfasst und gehen nach und nach die Reparaturarbeiten an. Weil viele Straßen noch gesperrt sind, sind vor allem in den Waldgebieten die Arbeiten erst nach dem Sturm möglich, um die Sicherheit der Fachleute nicht zu gefährden. Der Energieversorger arbeitet mit Hochdruck daran im Laufe des Wochenendes die Versorgung wieder komplett herzustellen, dafür kommen auch Notstromaggregate zum Einsatz.
Besondere Einsätze in Bergisch Gladbach
Laut Feuerwehr Bergisch Gladbach gab es auch im Gladbacher Stadtgebiet einige besondere Einsätze:
Im Stadtteil Bärbroich brannte ein älteres Ferienhaus. Das Feuer wurde durch drei Einheiten der Feuerwehr bekämpft. Aufgrund der Zerstörung der Dachkonstruktion muss allerdings von einem Totalschaden ausgegangen werden.
Auf der Löher Straße zwischen dem Stadtteil Moitzfeld und Overath-Immekeppel stürzte ein großer Baum auf ein fahrendes Auto. Glücklicherweise wurden die beiden Insassen nur leicht verletzt und wurden von einem Rettungswagen vor Ort behandelt. Die Löher Straße konnte zwar geräumt werden, wurde aber aus Sicherheitsgründen für die gesamte Nacht durch die Feuerwehr gesperrt.
Die Kürtener Straße sowie der Lerbacher Weg mussten zeitweise komplett gesperrt werden. Bei den Sperrungen wurde die Feuerwehr von der Polizei und vom städtischen Bauhof unterstützt. Die Fahrbahnen wurden im Verlauf des Abends durch die Fachgruppe Räumen des THW Ortsverband Bergisch Gladbach mittels Radbagger freigeräumt.
In mehreren Stadtteilen stürzten Bäume auf Häuser und parkende Fahrzeuge, Fassadenteile und Dächer wurden beschädigt.
Es kam zu Ausfällen zahlreicher Ampelanlagen. Noch in der Nacht begann die Stadt mit der Behebung der Störungen.