Anzeige
US-Präsident Trump
© Mark Schiefelbein/AP/dpa
Engpässe im US-Militär bei Waffen und Munition als Folge des Iran-Kriegs? US-Präsident Donald Trump weist diese Bericht zurück und droht allen, die das behaupten, mit langen Haftstrafen.
Teilen:

Trump tritt Berichten über Waffenengpässe entgegen und droht

Gibt es im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs Engpässe bei Waffen und Munition? US-Präsident Trump droht zumindest allen, die das verbreiten, jetzt lange Strafen an.

Veröffentlicht:

Anzeige

Iran-Krieg

Anzeige

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump tritt Berichten über angeblich schwindende Waffenvorräte im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs entgegen - und droht Menschen, die dies verbreiten, mit langen Haftstrafen. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social schrieb er am späten Mittwochabend: «Die USA verfügen über gewaltige Mengen an "Munition", insbesondere bestimmter Arten». 

Zudem würden große Mengen hergestellt und bei Bedarf in die USA geliefert. Auch ziehe die Verteidigungsindustrie in den USA derzeit die größte Anzahl an Produktionsstätten und Fabriken in der Geschichte des Landes hoch. «Diejenigen, die diese verräterischen Informationen durchgestochen haben, werden gejagt», heißt es in seinem Post weiter. «Es werden langjährige Haftstrafen gefordert werden!»

Über schwindende Waffenvorräte - allen voran bei weitreichenden Raketen vom Typ Tomahawk und Patriot-Abfangraketen, die auch die Ukraine derzeit dringend benötigt - hatten unter anderem der US-Sender CNN und die Zeitung «Washington Post» berichtet und sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berufen. Mögliche Engpässe könnten den Handlungsspielraum der USA im Krieg mit dem Iran einengen, bei dem Trump der Zeitung zufolge von einem schnellen und relativ leichten Sieg ausgegangen war. 

«Washington Post»: Konfrontation zwischen Trump und Hegseth

Der «Washington Post» zufolge forderte Trump bei einem Gipfeltreffen in Camp David am vergangenen Wochenende von Verteidigungsminister Pete Hegseth Erklärungen zu den «extremen Munitionsengpässen». Trump habe dabei Antworten verlangt, warum er offenbar darüber getäuscht worden sei, so die Zeitung. Hegseth habe daraufhin seinen Stellvertreter Stephen Feinberg für die Engpässe verantwortlich gemacht - und auch dafür, dass Trump nicht umfassend über die Lage informiert worden sei. 

Pentagonsprecher Sean Parnell wies beide Darstellungen der Zeitung zufolge aber als «erfunden» zurück. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte auf Nachfrage der «Washington Post» zu der kolportierten Konfrontation zwischen Trump und Hegseth: «Das ist zu 100 Prozent Fake News.» Präsident Trump habe das «äußerste Vertrauen» in Minister Hegseth. 

In dem CNN-Bericht, den Hegseth zurückwies, hieß es kürzlich, dass das US-Militär seit Kriegsbeginn fast vier Fünftel seines THAAD-Raketenbestands im Vergleich zum Vorkriegsbestand aufgebraucht und etwa die Hälfte seiner Patriot-Abfangraketen eingesetzt habe. Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) steht für ein System, das Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren kann. Die Denkfabrik Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington schätzte Stand Ende Juli, dass der USA noch bis zu knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Krieg seien es geschätzt gut 2.300 gewesen.

Anzeige
© dpa-infocom, dpa:260806-930-491328/2
Anzeige
Anzeige
Anzeige