Über 3 Kilometer lange Gänge

Die neu entdeckte Windloch-Höhle in Engelskirchen-Ründeroth ist noch länger als bisher angenommen. Die Forscher haben bisher über drei Kilometer lange Gänge gefunden - und sie sind noch nicht ganz fertig mit dem Messen.

© Arbeitskreis Kluterthöhle e.V

Bei ersten Begehungen nach dem sensationellen Höhlenfund ist zunächst von unterirdischen Wegen die Rede gewesen, die sich teilweise erstaunlich geräumig über mehr als 1000 Meter erstrecken - womöglich noch länger. Jetzt haben die Forscher Gewissheit: Die Höhle hat Gänge von mindestens 3 Kilometern. Hinzu kommen hallenartige Gewölbe von bis zu 40 Metern Länge und 15 Metern Höhe.

Immer wieder sensationalle Entdeckungen

Beim Erforschen der Höhle stoßen die Forscher noch immer auf neue, spannende Dinge. Zuletzt haben sie beispielsweise eine extrem seltene Gipsschlucht gefunden. Das ist ein 40 Meter langer Gang, der 10 Meter hoch und 2 Meter breit ist, dessen Boden komplett voll mit seltenen Gipskristallen ist. Außerdem hat die Höhle auch "Bewohner". Neben Fledermäusen hausen dort Grundwassertiere. Das sind kleine Tierchen, wie Krebse oder Schnecken nur ohne Augen, ganz durchsichtig und an das Leben in der Dunkelheit angepasst. Das Erforschen im Windloch, der Höhle in Engelskirchen geht jetzt noch weiter. Mittwochabend hat der Rat in Engelskirchen sich als zweite Stadt in Deutschland für den besonderen Höhlenschutz ausgesprochen und eine Kooperation mit den Höhlenforschern gestartet. Der Arbeitskreis Kluterthöhle soll sich in Zukunft um alle Höhlen in der Gemeinde kümmern.

Wie alles begann

Forscher hatten die Höhle im April dieses Jahres in Engelskirchen-Ründeroth entdeckt. Der renommierte Ennepetaler Höhlenforscher Stefan Voigt ist bereits von einem Sensationsfund ausgegangen - die Höhle galt bereits da als die größte des Rheinlands. Vermutlich ist die Höhle in der Tertiärzeit vor 60 Millionen Jahre entstanden. Wegen des starken Luftzugs hat die Höhle den Namen "Windloch am Mühlenberg" erhalten.


Für die Öffentlichkeit bleibt die Höhle aber unzugänglich. Zum einen weil der Einstieg zur Höhle nur was für Bergsteiger ist - da geht es 15 Meter steil runter. Außerdem sollen auch die Höhle und ihr Innenleben geschützt werden. Bürgermeister Gero Karthaus will die Höhle der Wissenschaft zuführen und so als Aushängeschild nutzen. In den kommenden Jahren bis Jahrzehnten wird die Höhle ausgiebig wissenschaftlich erforscht. Weil die Aggertalhöhle in der Nachbarschaft schon begehbar gemacht worden ist, soll die neue Höhle für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben, aber sämtliche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Eine Idee: In der benachbarten Aggertalhöhle sollen in Zukunft Bilder und vielleicht auch Videos von der Windloch-Höhle für die Öffentlichkeit zu sehen sein.

Sensationeller Höhlenfund in Ründeroth

© Radio Berg
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