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Warum Alex Selbstgespräche führt und Pünktchen beobachtet
© Radio Berg
Alex Pesch
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Warum Alex Selbstgespräche führt und Pünktchen beobachtet

Die lange Zeit im Homeoffice hat bei Alex dazu geführt, dass sie mittlerweile Selbstgespräche führt bzw. mit der Katze oder mit Gegenständen redet.

Veröffentlicht: Montag, 03.01.2022 07:44

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Ich oute mich hier jetzt mal: Homeoffice hat mich schrullig gemacht! Die Kontrolle durch die Kollegen ist ja weg, wer will, kann ungewaschen in Jogginghose arbeiten oder heimlich die Lieblingsserie streamen. Beides ist aber nicht mein Ding. Ich besitze noch nicht mal eine Jogginghose, was viel über meinen sportlichen Zustand verrät, und zum Streamen habe ich gar keine Zeit.

Bei mir macht sich das lange Arbeiten im Homeoffice durch Selbstgespräche bemerkbar. Dabei sind es eigentlich keine Selbstgespräche, denn ich rede ja mit der Katze (die hört sogar zu und schnurrt als Antwort), ich rede aber auch mit meinem Essen und mit Gegenständen.

Okay, ich gebe es zu, das habe ich alles auch schon vor der Zeit im Homeoffice gemacht, aber das Kommunizieren mit Gegenständen und Co ist definitiv mehr geworden.

Wir Kolleg*innen chatten auch viel im Moment, um schnell Informationen auszutauschen, ohne immer direkt anzurufen. Meist über Teams, oft auch über WhatsApp. Bei beiden Diensten kann man sehen, wenn der andere antwortet. Dann tanzen die kleinen Pünktchen und zeigen an, dass mein Gegenüber etwas schreibt. Wie oft erwische ich mich dabei, dass ich den Pünktchen zusehe und nicht weiterarbeite, bis die Antwort da ist. Und glaubt mir, das geht sehr unterschiedlich schnell, die Einen brauchen gefühlt ewig um ein „Ja“ oder „Nein“ zu tippen, bei Anderen kommen ganze Romane innerhalb von Sekunden. Beeindruckend! Und auch mit den Pünktchen habe ich angefangen zu reden, irgendwie muss ich ja die Zeit bis zur Antwort überbrücken. Das sind oft sehr gute Gespräche, es gibt keine Meinungsverschiedenheiten, keine Gegenargumente und ich habe immer das letzte Wort.

Sorgen mache ich mir erst, wenn ich doch mal Antworten höre. Denn dann wird’s Zeit für den Psychiater … spätestens nämlich, wenn mir die Pünktchen antworten…

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