
Was machst du im Frühling zuerst?
Kaum zeigt sich im Bergischen die erste Frühlingssonne, juckt es vielen Gartenfans – so wie mir – schon in den Fingern. Der Rasen ruft! Nach einem langen, nassen Winter sieht der nämlich oft eher nach Abenteuerlandschaft als nach grünem Teppich aus. Durch den lehmhaltigen Boden kann das Wasser schlecht ablaufen, und mein Garten gleicht eher einer Sumpflandschaft.
Jetzt ist das natürlich eine Wissenschaft für sich: Der erste Schnitt sollte vorsichtig erfolgen – nicht zu kurz, sonst leidet das Gras. Etwa vier Zentimeter sind ideal, damit sich die Halme erholen können. Danach geht’s ans Vertikutieren. Klingt brutal – ist es auch ein bisschen. Dabei wird der Boden angeritzt, Moos und Rasenfilz werden entfernt. Das sorgt dafür, dass wieder Luft, Wasser und Nährstoffe an die Wurzeln kommen. Und wenn dann noch kahle Stellen übrigbleiben: einfach nachsähen. Am besten mit einer Mischung, die zum eigenen Garten passt. Ein bisschen Geduld, ausreichend Wasser – und schon sprießt bald wieder frisches Grün.
Soweit die Theorie.
In der Praxis sieht das Ganze bei mir so aus: Kaum ist der Rasen geschniegelt und geschniegelt, kommt meine Labrador-Hündin Bella um die Ecke. Voller Lebensfreude, mit Tempo 100 – und der frisch aufgepäppelte Rasen hat keine Chance. Bremsmanöver? Fehlanzeige. Kurvenlage? Eher so mittelschwer kontrolliert. Das Ergebnis: kunstvoll umgepflügte Streifen, die jeder Landwirt neidisch betrachten würde. Aber ganz ehrlich: Was ist schon ein perfekter Rasen gegen einen glücklichen Hund? Eben. Und ein bisschen Nachsäen geht ja immer. Vielleicht setze ich künftig einfach auf eine besonders robuste Spielwiese – oder ich akzeptiere, dass Bella hier ganz klar die Landschaftsarchitektin ist.