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Wenn Kinder Opfer von Asylpolitik werden: Mahnwache in Nümbrecht für den kleinen Shayon
© Brigitte Mackscheidt
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Wenn Kinder Opfer von Asylpolitik werden: Mahnwache in Nümbrecht für den kleinen Shayon

Kinder sollten nicht Opfer von Asylpolitik werden. Das war eine Forderung, die gestern in Nümbrecht zu hören war. Bei einer Mahnwache haben sich Menschen aus dem Bergischen versammelt.

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.10.2021 19:07

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Irgendwo in Bangladesh, um die 8.000 Kilometer entfernt vom Bergischen, sitzt ein kleiner Junge, 8 Jahre alt, aus dem Bergischen, und schickt WhatsApp-Nachrichten an seine Kumpels zu Hause - in Nümbrecht. 

"Ich komme bald wieder" schreibt er. Aber das stimmt nicht. Die Behörden haben Shayon abgeschoben nach Bangladesh. Und sie haben nicht die Absicht, ihn wieder nach Hause, ins Bergische, zu lassen. Zu den Jungs in seinem Verein, dem SSV Homburg.

Zwei Stunden Zeit zu packen hätten Shayon und seine Stiefmutter gehabt, als sie mitten in der Nacht abgeholt wurden, erzählen seine Freunde. Der Vater hat sich abgesetzt vor der Abschiebung. Der Junge hat den Großteil seines Lebens in Nümbrecht verbracht, er ist Nümbrechter, fremd in Bangladesh. 

Ob die Abschiebung rechtens war - darüber werden Verein, Anwältinnen und Behörden wohl noch streiten. Unabhängig davon steht aber fest: Das Kind ist in jedem Fall das Opfer. 

Bei einer Mahnwache in Nümbrecht gestern Nachmittag haben sich etwa 70 Menschen hinter Shayon gestellt. Auch die Grünen in Oberberg setzen sich auf Bundesebene für Shayon ein.

Die Grünen, so Marie Brück aus dem Büro der oberbergischen Grünen Bundestagsabgeordneten Sabine Grützmacher, unterstützen den SSV Nümbrecht bei seinen Bemühungen um die Rückkehr der Familie. 

Wie von Rainer Förster (Jugendwart, SSV) dargestellt, gebe es bislang keine Akteneinsicht. Die Vollmacht zur Akteneinsicht durch die vom Verein beauftragte Fachanwältin sei aber unterwegs. Sie werde dann ein Gutachten mit Daten und Fakten erstellen. 

Mit diesen Fakten können wir dann in der Bundestagsfraktion prüfen, wie wir weiter vorgehen müssen. Die Grüne Bundestagsfraktion hat eigens eine Stelle für solche Härtefälle im Rahmen von Asylverfahren geschaffen. 

Bisher aber glaubt nur Shayon selbst, dass er zurück kommt.

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