Wermelskirchen-Hebbinghausen: Telefon und Internet am seidenen Faden

In Wermelskirchen-Hebbinghausen sorgt die oberirdische Telefonleitung seit Jahren immer wieder für Probleme. Der Grund dafür: Das an der Straße baumelnde Kabel hängt zu tief für die immer größer werdenden Traktoren und Lkw. Die reißen die Leitung bei der Durchfahrt regelmäßig durch. Unter die Erde legen möchte die Telekom das Kabel nicht, sie flickt das mehrmals im Jahr zerstörte Kabel lieber.

© Christiane Middelmann

Wenn die Landwirte im Sommer ihre Wiesen mähen, dauert es meist nicht mehr lange, bis sich in Oberhebbinghausen irgendein Traktor oder ein Gerät in der Telefonleitung verheddert und das Kabel abreißt. Viele Jahrzehnte war die Trassenführung kein Problem, doch mit immer mehr Verkehr und größer werdenden Fahrzeugen kamen die Probleme.

Die Fahrer haben echt keine Chance, unter den Leitungen hier her zufahren, ohne daran zukommen. Die fahren schon ganz langsam und geben sich große Mühe, aber wenn sie das fünfte, sechste, siebte Mal drunter hergefahren sind, dann ist die Leitung wieder durchgerissen.

Christiane Middelmann, betroffene Anwohnerin im Radio Berg Interview.

Telekom flickt die zerstörte Leitung immer und immer wieder

Nachdem die Leitung mehrfach schon zerstört wurde, baten die Anwohner die Telekom schon 2014 darum, die Leitungen unter die Erde zulegen. Der Zeitpunkt war günstig, da die Straßengräben ohnehin offen waren, um Erdkabel für Storm zu verlegen. Aus Kostengründen lehnte die Telekom ab und schlug auch den Kompromiss der Anwohner aus, die sich bereit erklärt hatten, die Kosten für das Erdkabel zu übernehmen. Stattdessen schickt die Telekom mehrmals im Jahr Monteure, um die Leitung zu flicken.

Flickwerk löst weitere Probleme aus

Bei den mehrfach im Jahr notwendigen Arbeiten läuft aber längst nicht immer als glatt. Schon mehrfach waren nach den Arbeiten zwar die Leitung wieder intakt, dafür traten andere Probleme auf. So sorgten 2019 vertauschte Kabel dafür, das die für Familie Middelmann bestimmten Anrufe bei einem Nachbarn ankamen. Ein erneuter Fehler im Sommer 2021 sorgte dafür, dass Anwohner sechs Wochen keinen Internetzugang mehr hatten. Mitten in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling.