
Wipperfürth: Lampenhersteller entwickelt Luftentkeimer
Der Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker oder Masken aus der Textilfabrik. In der Coronakrise kommen die Unternehmen bei uns im Bergischen auf neue Geschäftsideen. Auch der Lampenhersteller Radium aus Wipperfürth: Radium hat einen Luftentkeimer entwickelt. Und ganz treu dem Kerngeschäft von Radium arbeitet der mit einer Lampe.
Veröffentlicht: Freitag, 08.01.2021 16:13
Das Gerät arbeitet mit einer UV-Lampe. Der Entkeimer saugt Luft an, führt die Luft mit Aerosolen drin an der UV-Lampe vorbei und durch die Strahlung werden die Bakterien und Viren abgetötet, sagt Unternehmenssprecher Jan Eisleben.
Die UV-Strahlung ist eine sehr energetische Strahlung und die verändert im Endeffekt die Zellstruktur. Dabei ist es egal, welche Keime es sind: Nicht nur das Coronavirus, auch andere Bakterien und Viren werden durch die UV-Strahlung im Gerät abgetötet. Das ist brutal gesagt das, was passiert.
Erfahrung mit UV-Lampen hatte Radium schon, daher liegt die Verbindung von Lampenhersteller zum Hersteller von Luftentkeimern nahe, sagt Jan Eisleben.
Deswegen sind wir als Lampenhersteller genau den Weg noch gegangen, weil wir jetzt gesagt haben: Okay, die Lampe an sich bringt dem Endanwender tatsächlich wenig. Wir haben sogar vor vielen Jahren mal Luftreinigungsgeräte auf UV-C-Basis gebracht, da war aber die Nachfrage noch nicht so groß wie jetzt, zu Zeiten von Covid-19.
Die Wipperfürther haben den Luftentkeimer in gut drei Monaten in die Produktion gebracht. Das Gerät ist etwa 1,30 Meter hoch und portabel, lässt sich also überall einsetzen, wo man es gerade braucht: Am Konferenztisch, im Friseursalon, im Wartezimmer. Die Luft in dem Gerät wird aber nicht gefiltert, es werden lediglich die Keime abgetötet.300 Euro in etwa kostet das Gerät im Fachhandel oder im Werksverkauf im Radium Store in Wipperfürth. Aktuell ist die Nachfrage aber so groß, dass Radium jetzt bestellte Geräte erst Ende Januar liefern kann.
