
Einmal benutzen und dann in den Müll damit: Plastik-Wegwerfprodukte sind praktisch - aber auch schädlich für Klima und Meere. In der EU soll es künftig Plastikstrohhalme und ähnliches nicht mehr geben. Am Mittwoch hat das EU-Parlament das Verbot von Einweg-Plastikprodukten beschlossen, für die es geeigneten Ersatz gibt.
Für uns Anlass, einmal zu forschen: Wo landet unser bergischer Plastikmüll? Wir sammeln ihn in gelben Säcken, er wird abgeholt, und dann? Der SPIEGEL hat in seiner Ausgabe 04 vom 19.01.2019 im Artikel "Der dreckige Rest" recherchiert: Nur 5,6 Prozent des jährlich gebrauchten Neumaterials würden tatsächlich recycelt. So rechnen es dem SPIEGEL Fachleute wie Henning Wilts vor, Experte für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie:
Weltmeister der Wiederverwertung? Sind die Deutschen vor allem durch Taschenspielertricks: 58,5 Prozent der Kunststoffverpackungen sollen von diesem Jahr an recycelt werden. So sieht es das neue Verpackungsgesetz vor, das seit 1. Januar in Kraft ist. Doch viele Experten hatten bereits Zweifel an den 36 Prozent, die zuvor galten und die angeblich in den Kunststoffkreislauf zurückflossen. Denn: Als recycelt gilt bereits, was in Deutschland in eine Sortieranlage geht und einer stofflichen Verwertung zugeführt wird – und wenn es der Export nach Malaysia ist.
Über unseren bergischen Plastikmüll wissen wir: Er wird nach Iserlohn (Lobbe), Erftstadt, Trier, Marl oder an den Niederrhein gebracht.
Lobbe sagte uns, etwa 47 Prozent dessen, was in den Gelben Säcken ist, seien Mischkunststoffe, die nicht recycelt werden können und deshalb verbrannt würden. Auch der Asto sagt, nur etwa 50 Prozent könnten recycelt werden. Bei beiden Entsorgern heißt es, unser Plastikmüll werde nicht ins Ausland gebracht, das sei viel zu teuer.
2017 fielen in Deutschland knapp 6,15 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an. Nicht einmal die Hälfte davon wurde werkstofflich recycelt, also in irgendeiner Weise wiederverwertet, gut die Hälfte wurde zur Energiegewinnung verbrannt. Kampagnen für mehr Mehrweg-Flaschen gehen bisher ins Leere, im vergangenen Herbst meldete das Umweltbundesamt einen neuen Tiefstand von 44 Prozent an Mehrweg- und ökologisch vorteilhaften Einwegpackungen wie Getränkekartons und -beuteln.