
Wüst besucht Auschwitz und fordert klare Haltung
Es war der sein erster Besuch in Auschwitz-Birkenau und er hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst tief bewegt. Zugleich fordert er mehr Einsatz gegen Antisemitismus und mehr Gedenkstättenfahrten für junge Menschen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 14:30
Das ganze Interview mit Ministerpräsident Wüst
José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios, hat Ministerpräsident Hendrik Wüst auf seiner Reise nach Auschwitz-Birkenau begleitet und anschließend in der Internationale Jugendbegegnungsstätte Oświęcim/Auschwitz gesprochen. Die Begegnungsstätte leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung und zur historisch-politischen Bildung.
„Ein Abgrund deutscher Geschichte“
„Auschwitz ist nicht nur ein Ort, sondern ein Abgrund deutscher Geschichte“, sagte Wüst. Die Verantwortung ende nicht mit dem Erinnern, „sie beginnt mit dem Erinnern“. Der CDU-Politiker warnte angesichts steigender antisemitischer Straftaten davor, dass Jüdinnen und Juden erneut Angst haben müssten.
Begegnung mit Jugendlichen
Besonders bewegt zeigte sich Wüst von der Begegnung mit Jugendlichen während seines Besuchs in Auschwitz-Birkenau. „Die waren gut vorbereitet. Und waren trotzdem nicht vorbereitet auf das, was sie hier gesehen haben“, sagte er im Gespräch mit José Narciandi. Der Besuch berühre junge Menschen „im Herzen“ und mache das Ausmaß des Menschheitsverbrechens greifbar.
Mehr Fahrten zu Gedenkstätten
Die Landesregierung wolle deshalb noch mehr Schülerinnen und Schülern Besuche von Konzentrationslagern und NS-Gedenkstätten ermöglichen. Die Zahl der geförderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer habe sich bereits verdoppelt. „Wir müssen den Weg entschlossen weitergehen“, sagte Wüst uns. Gerade die direkte Begegnung mit den Orten der Verbrechen könne helfen, Antisemitismus entgegenzutreten.
Besuch, der erschüttert
Auch persönlich habe ihn der Besuch erschüttert. Besonders die Dimension des Lagers Birkenau und „dieser Zynismus“, der in Auschwitz sichtbar werde, hätten ihn bewegt. „Es hat mich heute teilweise angefasst, erschüttert an Stellen, wo ich nicht damit gerechnet habe“, sagte Wüst im Gespräch mit José Narciandi.

