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Wüst nimmt Stellung zum Betonwand-Unfall
© Straßen.NRW
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Wüst nimmt Stellung zum Betonwand-Unfall

Der NRW Landtag hat sich am Mittag mit dem tödlichen A3 Unfall beschäftigt. Am Freitag war eine Autofahrerin auf der Autobahn bei Köln-Dellbrück getötet worden, als eine Betonwand abgebrochen und ihr Auto gestürzt war. Im Verkehrsausschuss hat die Landesregierung der Politik nun den ersten Zwischenbericht vorgestellt.

Veröffentlicht: Mittwoch, 18.11.2020 05:12

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NRW Verkehrsminister Wüst sagte, danach sehe er bislang keine Versäumnisse bei Strassen NRW:

Wir müssen heute davon ausgehen, dass der Mangel bewusst herbeigeführt worden ist, um da zu improvisieren, um Höhenunterschiede zu überbrücken. Es ist jetzt unsere Aufgabe, zu klären, ob das noch an anderen Stellen im Land der Fall gewesen ist. Dort vor Ort sind noch sechs Teile auf diese Weise befestigt worden. Diese werden jetzt schnell abgenommen, damit wir hier maximale Sicherheit wiederherstellen

Wüst sagte, er habe auch das Bundesverkehrsministerium über den Zwischenfall auf der A3 informiert. Es sei nicht auszuschließen, dass Mängel auch auf anderen Autobahnen und anderen Bundesländern auftauchen könnten.

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Bereits vor der Sitzung hatte der Unfall immer mehr Brisanz bekommen: Der Landesbetrieb Straßen hat bei einer Untersuchung herausgefunden, dass die tonnenschwere Platte offenbar mit Absicht falsch eingebaut wurde. "Die Situation vor Ort legt nahe, dass die geschweißte, fehlerhafte Konstruktion gewählt wurde, weil die regelkonforme Konstruktion aus Platzgründen nicht montiert werden konnte." So steht es wörtlich im Bericht von Straßen.NRW. Auch bei sechs weiteren Lärmschutzelementen bei Dellbrück habe man jetzt die gleiche falsche Konstruktion entdeckt. Die sechs Wände sollen schnellstmöglich ausgebaut werden, um eine weitere Gefährdung auszuschließen. Der Landesbetrieb Straßen geht davon aus, dass diese falsche Halterung zu dem Unfall geführt hat.

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Die hinabgestürzte Betonplatte war bei ihrer letzten planmäßigen Untersuchung 2013 mit «Sehr gut» bewertet worden. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Landesregierung an den Verkehrsausschuss des NRW-Landtags hervor. Die jetzt festgestellten Mängel an der Halterung seien allerdings nicht sichtbar gewesen. Man könne daher davon ausgehen, dass die fehlerhafte Konstruktion auch bei der kommenden Prüfung nicht aufgefallen wäre, weil sie versteckt hinter der Lärmschutzplatte liegt, so das Verkehrsministerium in dem Bericht. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.

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