
Zerow Emission: Bergisch Gladbacher ist über den Atlantik gerudert
Julen Sanchez aus Bergisch Gladbach will auf die Einhaltung der Klimaziele aufmerksam machen und ist dafür mit einem Ruderboot über den Atlantik gerudert. Der 26-Jährige hat das Ziel komplett emissionsfrei von Paris nach Pittsburg zu gelangen, der Auslöser für seine Idee war ausgerechnet Donald Trump.
Veröffentlicht: Montag, 31.01.2022 11:41
Julen will beweisen, dass alles auf nachhaltige Weise möglich sein kann. Der 26-Jährige will ein Zeichen zur Reduktion der globalen Treibhausgase setzen und hat dafür das Projekt "Zerow-Emission" ins Leben gerufen. Das Wort "Zerow" ist dabei eine Kombination der englischen Wörter "zero" (= null) und "to row" (= rudern). Julen ist vier Monate lang von Portugal an die US-Küste über den Ozean gerudert. Jetzt geht es emissionsfrei weiter mit den Rad nach Pittsburgh.
Von Paris nach Pittsburgh
Ausgerechnet der ehemalige Präsident der USA, Donald Trump hat Julen zu der Route Paris-Pittsburgh inspiriert. Bei der Aufkündigung des Klimaschutzabkommens 2017 durch die USA meinte Trump, dass er für das Repräsentieren der Bürger aus Pittsburgh und nicht der Bürger aus Paris gewählt worden sei. Aber das ist nicht alles, erzählt Julen:
Die Bürgermeister beider Städte haben nach dem Austreten der USA aus dem Klimaabkommen gesagt, dass sie weiterhin zusammen für die Einhaltung der Klimaziele stehen wollen. Das ist eine Message, die mir sehr gut gefallen hat, deswegen habe ich die Städte als Start- und Endpunkt ausgewählt.
Die Route von Paris nach Pittsburgh hat Julen in drei Etappen geteilt: Die erste Etappe von Paris nach Sagres in Portugal hat er im Juli 2021 mit dem Fahrrad gestartet. Von November 2021 bis Mai 2022 ist er mit dem Ruderboot auf dem Atlantik unterwegs gewesen und hat jeden Tag zwischen 40 und 120 Kilometer zurück gelegt.Die dritte Etappe legt er jetzt wieder mit dem Fahrrad zurück: Von Miami nach Pittsburgh.
Das Leben auf hoher See
Das Wetter, der Schlafmangel und die mentale Belastung sind nur ein paar von vielen Herausforderungen, denen sich Julen stellen muss. Sein Tag auf see bestand aus Rudern, Essen und Schlafen, er ist pro Tag 13 bis 15 Stunden gerudert. Seine technischen Geräte an Bord wurden mit Solarzellen betrieben, außerdem hatte Julen Hilfe von einem menschlichen Navigator per Telefon, zumindest die ersten 63 Tage, danach sind alle Satellitentelefone ausgefallen, weil die Solarladestation ausgefallen ist. Sein Burder Emilio hat sich trotzdem keine große Sorgen um seinen großen Bruder gemacht:
Ich bin da auch sehr stolz auf ihn, dass er das so durchzieht. Es gibt Momente, in denen es hart sein wird und man an seine persönlichen Grenzen kommt, sei es physisch oder psychisch. Da mache ich mir natürlich auch Gedanken drüber, aber eigentlich nie wirklich Sorgen. Ich weiß ja, was er kann und wie er das Ganze durchstehen wird.
Der große Bruder Julen war vier Monate alleine auf hoher See unterwegs, einsam gefühlt sich der 26-jährige Extremsportler aber nicht:
Ich bin so eingeplant durch meine 13 bis 15 Stunden Rudern am Tag, dass da eigentlich nicht viel Zeit für Einsamkeit bleibt. Wenn dann mal ein einsamer Moment kommt, freu ich mich sehr über Nachrichten von meinen Freunden und Familie an Land, die sich regelmäßig bei mir melden. Und klar, wenn jetzt mal eine Gruppe Delfine vorbei kommt, freu ich mich auch.
Vor allem seine Erfahrungen mit der Natur begeistern Julen:
Das größte Highlight ist die Natur, der Ozean selber und die Lebewesen. Ich hatte schon eine Gruppe Grindwale, Delfine, Oktopusse, Schildkröten und nachts leuchtenden Plankton, der war sehr cool.
Ab dem 20. Mai will Julen weiter reisen. Die letzte Etappe will er mit dem Fahrrad bis nach Pittsburgh zurücklegen. Wie er von dort wieder nach Hause nach bergisch Gladbach kommt, ist noch offen, es soll aber auch emissionsfrei werden.
Wir wünschen Julen weiterhin eine gute Reise!






