
Zusammenleben mit ukrainischen Flüchtlingen
Viele hilfsbereite Menschen hier aus dem Bergischen haben spontan Kriegs-Flüchtlinge aus der Ukraine bei sich zuhause aufgenommen. Im Gästezimmer, in der Einliegerwohnung oder im ehemaligen Kinderzimmer leben jetzt Frauen mit ihren Kindern oder Omas und Opas, die mit ihren Enkeln aus dem Kriegsgebiet geflohen sind bei den bergischen Familien.
Veröffentlicht: Dienstag, 05.04.2022 13:55
Doch das Zusammenleben ist nicht immer ganz einfach, vor allem die Kommunikation mit den neuen Mitbewohnern, sagt zum Beispiel Joachim Stüttem aus Lindlar, der Oma und Opa mit Tochter und siebenjährigem Enkel aus der umkämpften Ost-Ukraine bei sich aufgenommen hat. Die Flüchtlinge sprechen eben nur Ukrainisch oder Russisch, :
Da kann ich "Danke", "Ja" und "Nein", mehr kann ich nicht sagen. Das geht dann alles nur mit Handy Übersetzer-Software.
Aber irgendwie klappt die Verständigung und die Familien sind schon richtig zusammengewachsen.
Man sitzt zusammen, man lacht zusammen und man weint auch sehr viel zusammen. Und wir bekommen auch sehr viel Not und Elend mit.
Großes Leid - aber auch große Dankbarkeit
Das Leid und das Elend, das die Flüchtlinge erfahren habe, kann auch für die Gastgeber auch sehr belastend sein, weil man so viel hautnah erfährt. Aber die ukrainischen Gäste sind auch unglaublich dankbar für ihr neues Leben in Sicherheit, sagt Joachim Stüttem:
Sie fühlen sich unheimlich aufgehoben, dass sie hier ein Zuhause gefunden haben. Der Opa ist bei uns immer im Garten. Er will Gartenarbeit machen, jedes Blättchen, was runterfällt, da geht er hin und holt es weg. Es ist einfach liebevoll. Die wollen was zurückgeben, das merkt man.
Auch Kerstin Szabo wollte Geflüchteten ein Dach über dem Kopf geben. Sie betreibt ein kleines Hotel in Rösrath und hat sich spontan bereit erklärt, Ukrainer aufzunehmen. Mittlerweile leben acht Kinder und 16 Erwachsene in den Hotelräumen. Auch sie spürt die große Dankbarkeit der Menschen, auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen:
Das sind sehr liebe Leute wirklich und mit Händen und Füßen geht immer. Sie sagen immer Dankeschön und lachen einen an und halten sich so ein bisschen mit den Händen ans Herz. Ich meine so, wie man sich halt bedanken kann.