
Zwei Jahre danach
Vor genau zwei Jahren hat das Hochwasser das Bergische getroffen: Nach tagelangem Regen wurden in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli vielerorts Straßen und Plätze überschwemmt, Häuser und Wohnungen liefen voll Wasser. Und vielen von euch wird heute noch Angst und Bange, wenn sich dunkle Wolken am Himmel zusammenbrauen. Das Hochwasser hat Schäden angerichtet, aber jetzt, zwei Jahre später ist vieles wieder in Takt.
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.07.2023 09:04
In Rösrath - Hoffnungthal sind alle Geschäfte wieder geöffnet
Besonders in Hoffnungsthal, am Rathausplatz und entlang der Hauptstraße hatte das Wasser die Wohnhäuser und Geschäfte verwüstet. Doch die Rösrather haben eine unheimliche Hilfsbereitschaft gezeigt, gemeinsam Keller ausgeräumt, Schlamm geschippt und Betroffene mit Essen und Trinken versorgt. Dadurch ist eine starke Gemeinschaft entstanden und diese Verbundenheit spürt man heute noch, sagt Bürgermeisterin Bondina Schulze:
In Rösrath gibt es in einem Straßenzug ein Nachbarschaftsfest, was ganz neu entstanden ist. Erst als Helferfest, aber dieses Jahr ist es einfach nur ein Nachbarschaftsfest. Da kommen die Menschen zusammen: Nachbarn, die sich vielleicht sonst immer nur gegrüßt haben, feiern jetzt gemeinsam. Und das freut mich sehr, wenn das das Positive ist!
Auch sonst hat sich viel in Rösrath in Sachen Hochwasserschutz getan oder wird noch verbessert: Eine Brücke steht vor dem Abriss und soll bald neu gebaut werden. Aber einige Menschen haben für neue Regelungen auch weniger Verständnis, sagt die Bürgermeisterin
Ich habe einen Mitarbeiter, der hat einen Begriff geprägt: Hochwasserdemenz! Weil wir wirklich wenige Wochen nach diesem verheerenden Ereignis schon Bauanträge hatten in überfluteten Gebieten. Also die Menschen vergessen, das auch. Die, die nicht so persönlich davon betroffen waren, die finden es schön, am Fluss zu bauen oder an einem Bach zu bauen und können nicht verstehen, warum denn da Abstände einzuhalten sind oder warum es auch vielleicht gar keine gute Idee ist, in einer Aue zu bauen.
Bergische Wanderwege
Auch das Bergische Wanderland war stark vom Hochwasser betroffen: Verschüttete Wanderwege, abgerutschte Hänge, zerstörte Brücken. Doch inzwischen sind bis auf zwei Brücken alle wieder hergestellt. Diesmal hochwassersicher! Und wo das nicht möglich war, gibt es jetzt was ganz Neues: Trittsteine durch die Bäche statt Brücken! Zum Beispiel in Wipperfürth und bei Overath. Die machen das Wandern im Bergischen jetzt zu einem ganz besonderen Erlebnis, sagt Wastl Roth-Seefrid, Wegemanager im Naturpark Bergisches Land:
Jetzt haben wir romantische Szenen, in denen man über Trittsteine gehen muss. Dadurch ist da natürlich auch ein Erlebnis für die Wandergäste im Bergischen Wanderland. Das ist einfach mal was anderes, das gibt einen kleinen Pepp!
Heute ist das Bergische Wanderland teilweise sogar noch besser aufgestellt als vor der Flut, sagt Wastl Roth-Seefried, und gefragter denn je bei den Wanderern:
Was sehr gut ist und wo wir echt Pluspunkte gesammelt haben, ist, dass wir drei Tage nach der Flut direkt ein Infosystem eingerichtet haben für Wandergäste, was keine andere Region in Deutschland so hat in der Form.
Direkt nach der Flut wurde eine App installiert, die zeigt an, welche Wege offen sind und wo es Umleitungen gibt. Das hat viele Wandertouristen von außerhalb angelockt. Die kommen nach wie vor gerne ins Bergische, denn die App wird ständig weiter entwickelt.
Kunstrasenplatz komplett erneuert
Auch Leichlingen hat das Hochwasser große Schäden angerichtet. Es gab viel Arbeit. Zum Beispiel der Kunstrasenplatz in Leichlingen in der Balker Aue. Der war vor dem Hochwasser gerade neu. Dann hat das Wasser ihn ordentlich zusammengefaltet und weggeschwemmt. Also musste wieder ein neuer her. Und dieser ganz neue hat dann auch noch einen neuen Untergrund dazu bekommen. Das ist im Nachhinein ein großes Glück für die Spieler, sagt Toni Knoll vom SC Leichlingen
Jetzt wurde dann halt auch der Untergrund neu gemacht. Dadurch ist der Kunstrasen viel weicher und die Spieler sagen, dass ein besseres Spielgefühl da ist. Deshalb würde ich auch sagen, dass der Platz besser ist.
Freibad in Dabringhausen war dank vieler Helfer schnell aufgeräumt
Das Hochwasser vor zwei Jahren war auch für das Freibad in Wermelskirchen- Dabringhausen ein schwarzer Tag! Aber wir hatten Glück im Unglück, sagt Katja Salz-Bannier vom Betreiberverein. 700 freiwillige Helfer haben in 3000 Arbeitsstunden dafür sorgten, dass in weniger als zwei Wochen im Freibad wieder geschwommen werden konnte!
Die kamen von überall. Die kamen nicht nur hier aus dem Dorf, sondern die kamen aus Leverkusen, aus Langenfeld hatten wir Leute, die kamen angereist, die einfach mit anpacken wollten.
Wir haben am 12. Tag nach der Flut wiedereröffnet. Das war tatsächlich sehr schnell, viele andere Bäder konnten gar nicht wiedereröffnen in dem Jahr. Da hatten wir einfach das Glück, dass uns so viele Leute geholfen haben, dass die Technik gut zusammengespielt hat mit den Firmen, die die Pumpen generalüberholt haben: Dass es wirklich Hand in Hand gegriffen hat.



