Zwei Wochen Uber in Köln

Seit dem 11. April kann man mit Uber auch in Köln und Umgebung fahren, zum Leidwesen der Taxiunternehmen, zur Freude der Kunden - noch, sagen Taxi-Unternehmen.

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So geht Uber: Uber-App installieren, Zahlungsmethode eingeben, sich orten lassen, Wagen anfragen - fertig.

Die App bietet im besten Fall eine Auswahl an Wagen und Fahrern, man wählt einen aus. Dann der große Vorteil: Es wird ein Festpreis angezeigt. Man bestellt, bezahlt per App und fährt - egal welche Umwege der Fahrer nimmt oder wie viel Stau es gibt - zu diesem Preis.

Für Kunden eine tolle Sache.

Dumpingpreise, sagen Taxiunternehmen

Für Taxiunternehmen könnte Uber zur üblen Konkurrenz werden. Was die Taxifahrer am meisten stört: Uber-Autos müssen gesetzlich nach jeder Fahrt zur Zentrale zurückfahren. Genau das tun viele Fahrer aber nicht, um flexibler zu sein. Uber selbst sagt, die günstigen Preise könnten durch eine bessere Auslastung der Wagen erreicht werden - "Dumpingpreise", sagt Dennis Klusmeier vom Taxiverband NRW. Seine These: Uber lockt die Kunden jetzt mit günstigen Angeboten, um nach der Verdrängung des Taxis die Preise wieder anzuheben. In New York könne man sich das gut ansehen: 13.000 Taxen stehen da 60.000 Uber-Wagen gegenüber. Die New Yorker Taxifahrer fürchten um ihre Existenz.

Auch in Deutschland sehen Taxi-Unternehmen die Taxis als Teil der gut geregelten Infrastruktur Deutschlands jetzt gefährdet.

Nicht immer günstig

Uber-Fahrten sind übrigens nicht immer günstig. Die Preise sind, anders als beim Taxi, variabel und hängen von der Auslastung ab. An einem Samstag-Partyabend oder Silvester können sie schnell steigen. Folgt man der These der Taxi-Unternehmen, werden sie das nach dem "Sterben" der Taxis ohnehin tun.

Taxi-Krieg in Köln?

In Köln meldet ein Unternehmer, der für Uber fährt, einen zerstochenen Reifen und verdächtigt Taxifahrer (Dumont-Medien). Ein Uber-Sprecher sagte der Zeitung, ein Uber-Fahrer sei mit Messern bedroht worden. Dem widerspricht Aleksandar Dragicevic vom Taxi-Ruf Köln: Es sei "unlogisch", so vorzugehen. Wolle man ein Fahrzeug fahruntauglich machen, müsse man wegen des Ersatzreifens mindestens zwei Reifen zerstören, es seien aber nur einzelne Reifen aufgeschlitzt worden. Er zweifelt deshalb die Richtigkeit der Aussage an. Zudem dürften Taxifahrer keine Waffen bei sich führen. Wer ein Messer dabei habe, riskiere seine wirtschaftliche Existenz.

Dragicevic kann sich nicht vorstellen, dass seine Kollegen so vorgehen. Man habe sie auch explizit aufgefordert, "Gegenwehr" dem Taxi -Ruf zu überlassen - auf juristischen Wegen.

Der Taxi-Ruf will gegen "zahlreiche Verstöße" Ubers gegen für sie geltende Regeln klagen.

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© Radio Berg
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