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Köln Freisprüche im Stadtarchivprozess

Rund zehn Jahre nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind drei Angeklagte am Freitagmorgen vom Kölner Landgericht freigesprochen worden. Ein vierter Angeklagter wurde zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.


Bei dem Einsturz waren damals zwei Männer ums Leben gekommen. 2009 war das Gebäude am Waidmarkt zusammen mit zwei Nachbargebäuden eingestürzt. Fehler beim U-Bahnbau gelten als Einsturzursache.

 

Das Landgericht Köln hat einen Bauüberwacher der KVB zu der Bewährungsstrafe von 8 Monaten verurteilt. Weil er seine Kontrollpflichten beim U-Bahnbau am Waidmarkt verletzt hätte, habe sich der Mann der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, so der Richter. Alle anderen Angeklagte, eine Bauüberwacherin der KVB, sowie zwei Bauleiter der Baufirmen wurden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährungsstrafen für drei der vier verbliebenen Angeklagten gefordert. Die Verteidigungen hatten Freisprüche für alle Angeklagten gefordert.

 

Obwohl insgesamt knapp 100 Zeugen befragt wurden, kommen die Urteile deutlich früher als erwartet. Sie waren eigentlich für Anfang nächsten Jahres geplant. Weil die mutmaßlichen Hauptverursacher der Baufehler, ein Polier und ein Baggerfahrer, wegen Krankheit aber nicht mehr Teil des Verfahrens waren, kam das Gericht deutlich schneller voran.

 

Aktuell laufen am Landgericht noch ein weiterer Strafprozess gegen einen Bauleiter und ein Zivilverfahren in dem Baufirmen und Stadt darüber streiten, wer für die weit über 1 Milliarde Euro Schadenssumme aufkommen soll.
(12.10.2018)


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