Sicherheitskräfte erschießen Mann bei Trump-Anwesen

Sicherheitskräfte erschießen Mann bei Trumps Anwesen Mar-a-Lago
© Steve Helber/AP/dpa

Notfälle

Mar-a-Lago (dpa) - US-Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen Bewaffneten beim Privatanwesen Mar-a-Lago von Präsident Donald Trump erschossen. Der Mann Anfang 20 sei in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) unbefugt in den Sicherheitsbereich des Anwesens in Florida eingedrungen, teilte der für den Schutz des Präsidenten zuständige Secret Service mit. 

Trump, der häufig am Wochenende zu seinem Privatclub nach Palm Beach fliegt, hielt sich zu diesem Zeitpunkt nicht dort und auch nicht im südlichen Bundesstaat Florida auf. Der Präsident war am Samstagabend in Washington Gastgeber für ein Dinner mit Gouverneuren.

Zum Hintergrund des Vorfalls und dem möglichen Motiv des Mannes sagten die Ermittler zunächst nichts. Die Bundespolizei FBI leitet die Ermittlungen. 

Schrotflinte und Brennstoffkanister

Zur Identität sagte der örtliche Sheriff auf einer Pressekonferenz nur, dass der Eindringling ein Weißer sei. Er wurde laut Secret Service am Nordtor von Mar-a-Lago beobachtet und soll eine Schrotflinte und einen Brennstoffkanister bei sich gehabt haben.

Sheriff Ric Bradshaw vom Palm Beach County sagte weiter, dass zwei Agenten des Secret Service und ein Vertreter des Sheriff-Büros den Mann aufgefordert hätten, Kanister und Waffe niederzulegen. Dieser habe dann die Schrotflinte in eine Schussposition gebracht. Daraufhin hätten die Beamten das Feuer eröffnet. Der Mann sei noch am Tatort gestorben. Wie viele Schüsse abgegeben wurden, war noch unklar.

Der Name des Mannes wurde zunächst nicht veröffentlicht, da zuerst die Angehörigen benachrichtigt werden sollten. Das FBI rief die Bevölkerung im Umfeld auf, Außenkameras auf Verdächtiges zu überprüfen. 

Mar-a-Lago ist neben dem Weißen Haus ein zentrales Anwesen für Präsident Trump. Er hält sich häufig an Wochenenden und Feiertagen dort auf. Er empfängt in dem prunkvollen Anwesen immer wieder auch hochrangige Staatsgäste.

US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, dass der Präsident die Nacht in Washington verbracht habe. Er nutzte den Moment im Fernsehen zudem, um generell politische Gegner zu kritisieren. Er sprach von Gift von der anderen Seite.

Mehrere Anschlagsversuche im Wahlkampf

Trump war mehrfach das Ziel von Attentatsversuchen. Im Sommer 2024 kam der damalige Präsidentschaftskandidat nur knapp mit dem Leben davon, als ein Attentäter bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania auf ihn schoss, eine Kugel verletzte ihn leicht am Ohr. Ein Besucher starb, zwei weitere wurden verletzt. Der Täter wurde von Sicherheitskräften getötet. Die Szene, wie der blutverschmierte Trump nach dem Attentat die Faust in die Höhe reckte, ging in die Geschichte ein.

Im September 2024 schoss der Secret Service dann auf einen bewaffneten Mann, der sich in Büschen bei Trumps Golfplatz in West Palm Beach versteckt hatte und einen Anschlag geplant haben soll. Der Mann selbst feuerte keine Kugel ab – stattdessen floh er, wurde wenig später aber festgenommen. Vor kurzem wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

© dpa-infocom, dpa:260222-930-720734/4
Anschlag auf Trump 2024
Im Wahlkampf 2024 wurde in Pennsylvania auf Trump geschossen. (Archivbild)© Evan Vucci/AP/dpa
Im Wahlkampf 2024 wurde in Pennsylvania auf Trump geschossen. (Archivbild)
© Evan Vucci/AP/dpa

Weitere Meldungen