Badminton: Lamsfuß darf nicht um EM-Gold spielen

Der Wipperfürther Badminton-Profi Mark Lamsfuß vom 1. BC Wipperfeld ist bei der Europameisterschaft in der Ukraine wenige Stunden vor dem Endspiel im Herren-Doppel positiv auf Covid-19 getestet worden. Das Finale fällt damit aus.

© DBV/Claudia Pauli

Riesengroß war die Freude als das Herren-Doppel Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Bischmisheim; Weltranglistenplatz 19; Setzplatz 5) bei den Europameisterschaften 2021 in Kiew (Ukraine) sein Halbfinale gewonnen hatte und damit im EM-Finale stand. Die Chance war hoch, dass die Nationalspieler des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) den ersten Titelgewinn für Deutschland im Herren-Doppel auf kontinentaler Ebene seit mehr als 40 Jahren perfekt machen würden.

Umso härter traf alle Beteiligten am Sonntag Morgen die Nachricht, dass Mark Lamsfuß positiv auf COVID-19 getestet wurde. Damit musste der europäische Badminton-Verband das Endspiel im Herren-Doppel absagen. Die Russen Vladimir Ivanov/Ivan Sozonov (Weltranglistenplatz 16; Setzplatz 3) sind damit nach 2014 erneut Europameister.

„Ich bin sehr enttäuscht und traurig darüber. Wir waren in Top-Form und hätten uns die Goldmedaille geholt“, meinte der 27 Jahre alte Mark Lamsfuß. DBV-Sportdirektor Martin Kranitz sagte: „Es tut mir unheimlich leid für Mark und Marvin. Die Nachricht war wie ein Schock. Aber wir kennen die Risiken und die aktuellen Bedingungen und müssen und werden diese natürlich akzeptieren.“ Die EM-Regularien sehen vor, dass Mark Lamsfuß nun für 13 Tage auf seinem Hotelzimmer in Kiew in Quarantäne gehen muss. Das Gleiche gilt für seinen Spielpartner und Zimmerkollegen Marvin Seidel sowie für seine Mixedpartnerin Isabel Herttrich (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), da diese jeweils als Erstkontakt von Mark Lamsfuß gelten.

Vor dem Test am Samstag, der das positive Ergebnis mit sich brachte, war Mark Lamsfuß im Rahmen der Titelkämpfe bereits viermal auf COVID-19 getestet worden. Diese Tests fielen allesamt negativ aus. Auch Marvin Seidel und Isabel Herttrich wurden erneut getestet, jeweils negativ.

Mark Lamsfuß gewann in Kiew neben Silber im Herren-Doppel außerdem mit Isabel Herttrich Bronze im Mixed. Zwei Medaillen zu holen, gelang bei den diesjährigen kontinentalen Titelkämpfen darüber hinaus nur noch dem englischen Duo Marcus Ellis (Herren-Doppel und Mixed) und Lauren Smith (Damen-Doppel und Mixed).

Auch das EM-Finale im Herren-Einzel findet nicht statt: Der topgesetzte Titelverteidiger Viktor Axelsen aus Dänemark (Weltranglistenplatz 2) wurde gleichsam positiv auf COVID-19 getestet. Der EM-Titel geht damit automatisch an Viktor Axelsens Endspielgegner Anders Antonsen (Weltranglistenplatz 3; Setzplatz 2).

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