Das bewegte Klassenzimmer

Die Gesamtschule Waldbröl probiert gerade ein neues Konzept aus. Das bewegte Lernen! Was trocken klingt, hat für die Kinder einige Vorteile.

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In den Klassenräumen der Jahrgangsstufe 5 gibt es jeweils ein Fahrrad, also ein Ergometer, Pilzhocker zum Kippeln und Matten zum hinlegen. So können sich die Schüler während des Unterrichts bewegen oder mal eine kurze Pausen einlegen. Alex Pesch aus dem Radio Berg Team hat sich das Ganze mal während des Unterrichts angesehen:

Als ich in den Klassenraum rein gekommen bin, lief der Unterricht schon. Der Lehrer stellt Fragen und einer sitzt auf dem Rad und strampelt leise vor sich hin. Völlig Geräuschlos, nach 5 Minuten steigt derjenige ab und ein anderer Schüler darf rauf. Kein großes Aufheben darum, das ging ganz still und ruhig vor sich und hat auch alle anderen gar nicht interessiert. Die Schüler und auch die Lehrer haben sich schon an die Räder gewöhnt, die stehen nämlich seit Herbst in den vier Klassenräumen der Jahrgangsstufe 5. 

Was soll das bringen?

Das Konzept soll vor allem unruhigen Schülern und Schülerinnen helfen, sich besser zu konzentrieren. Der Sport- und Englischlehrer Jeffrey Reed hat die Idee in der Gesamtschule Waldbröl umgesetzt und glaubt fest an den positiven Effekt:

Zum einen wissen wir, dass bei Kindern nach 20 bis 30 Minuten die Konzentrationsfähigkeit nachlässt, zum anderen ist Inklusion an unserer Schule ein großes Thema. Wir wollen Kindern, die keine 60 Minuten stillsitzen können, die Möglichkeit geben sich zu bewegen.


Alle fünf Minuten wird gewechselt. Die Schüler haben selber einen Fahrradplan erstellt, welcher Schüler wann auf das Rad darf und das klappt hervorragend. Es gibt auch noch ein Untertischsportgerät in der 5a, das bemerkt man so gut wie gar nicht. Das steht einfach unter dem Schreibtisch und ein Schüler oder eine Schülerin tritt leise vor sich hin. Schülerin Lena würde das Rad auf keinen Fall wieder abgeben wollen:

Mein Sitznachbar, der Paul, ist manchmal ja auch etwas hibbeliger. Der ist öfters auf dem Fahrrad und wird davon auch echt ruhiger. Und einigen anderen geht das auch so.
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Das Konzept funktioniert also?

Die Richtung stimmt schon mal, aber noch ist es ein bisschen zu früh, um Schlüsse zu ziehen. In einem halben Jahr kann man wahrscheinlich mehr darüber sagen, ob sich die Konzentration und vielleicht sogar die Noten der Schüler durch die Sportgeräte verbessert haben. 

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