Grausame Geräusche

Jeder von uns hat es: Dieses eine fiese Geräusch, was man überhaupt nicht abkann. Den Bohrer beim Zahnarzt, das Quietschen von Fingernägeln auf der Tafel oder das laute Schmatzen vom Tischnachbarn. Aber warum reagieren wir so extrem auf gewisse Geräusche?

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Welche Geräusche wir so richtig fies finden, hängt tatsächlich auch davon ab, was wir für Erfahrungen gemacht haben: Zum Beispiel erinnert das Kreide-Quietschen oft an einen fiesen Lehrer oder das Kratzen der Gabel über den Teller an die endlose "iss deinen Teller auf" - Tirade von Mama und Papa. Je nachdem was wir erlebt habt stört uns das eine Geräusch daher mehr als das andere. Es ist also ein Stück weit ein subjektives Empfinden, welches Geräusch und Gänsehaut bereitet.

Warum sorgen manche Geräusche für Gänsehaut?

Die Gänsehaut bei fiesen Geräuschen ist ein Relikt aus der Urzeit: Damals haben sie Gefahr bedeutet: Die Körperhaare stellten sich auf, damit man für den Angreifer größer und bedrohlicher wirkte. Und ein bisschen davon ist noch geblieben: Auch wenn wir heute kein Fell mehr haben, ziehen sich unsere Haarwurzeln zusammen und wir bekommen Gänsehaut. Dadurch entsteht dann auch das Gefühl, dass uns eine kalte Schauer über den Rücken läuft.

Fakten zum menschlichen Ohr

  • Frauen können besser zuhören. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass sie tatsächlich Gesprochenes besser verstehen als Männer. Das gilt insbesondere für den Frequenzbereich von 1.000 Hertz, der für das Sprachverständnis entscheidend ist.
  • In Europa sterben alljährlich etwa 10.000 Menschen an den Folgen von Lärm. Lärmbelastung wirkt sich mittel- und langfristig schädlich auf Herz und Kreislauf aus, da sie körperliche Stressreaktionen auslöst. Für Stress sorgt dabei bereits Lärm, der nicht unmittelbar hörschädigend ist, wie zum Beispiel Straßenverkehrslärm.
  • Das lauteste Geräusch der Welt: Am 27. August 1833 hörten Farmer in der Nähe des australischen Ortes Alice Springs Geräusche, die wie zwei Schüsse klangen. Die Geräusche hatte jedoch kein Gewehr, sondern ein 3.600 Kilometer entfernter Vulkan auf der indonesischen Insel Krakatau verursacht. Der Vulkanausbruch gilt als das lauteste jemals von Menschen gemessene Geräusch – in 160 Kilometer Entfernung zeigten Messgeräte noch 180 Dezibel an. Genug, um ein menschliches Trommelfell platzen zu lassen. Ein Schallpegel von etwa 200 Dezibel ist für den Menschen tödlich.
  • Der stillste Raum der Welt: Laut Guinness-Buch der Rekorde befindet er sich im US-Bundesstaat Minnesota. Das stille Örtchen absorbiert 99,99 Prozent aller Geräusche, der Raum wird zur Klangforschung genutzt. Er ist nur über zwei Panzertüren zu erreichen, die Wände bestehen aus etwa einem Meter dicken Fiberglas. Wer sich länger in diesem Raum aufhält, hört sein eigenes Herz schlagen und seine Lungen arbeiten – länger als 45 Minuten soll das noch niemand ausgehalten haben